Aus meiner Sicht wird dabei das Wesentliche übersehen. Das Rheintal wird in Nord-Süd-Richtung von zahlreichen Hindernissen durchschnitten: Bahnlinie, Binnenkanal, Autobahn und Rhein bilden Barrieren, die den (Langsam-)Verkehr immer wieder unterbrechen. Jede zusätzliche Querungsmöglichkeit ist deshalb ein Gewinn.
Natürlich wird das Velowegnetz mit dieser Brücke nicht plötzlich perfekt. Es bleiben Lücken, Umwege und weitere Herausforderungen. Doch genau darum geht es: Die Brücke ist nicht die endgültige Lösung, sondern ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einem besser vernetzten und sichereren Rheintal. Wer die Brücke ablehnt, weil sie nicht am idealen Ort steht oder nicht alle Verkehrsprobleme löst, verhindert eine sinnvolle Verbesserung aufgrund der Erwartung, dass jede Massnahme die perfekte Lösung darstellen muss.
Gute Infrastruktur entsteht selten in einem einzigen grossen Wurf. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Jedes neue Puzzleteil bringt uns einem zusammenhängenden und sicheren Netz näher. Deshalb sollte die Frage nicht lauten, ob diese Brücke perfekt ist. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Bringt sie das Rheintal ein Stück weiter? Aus meiner Sicht ist die Antwort klar: Ja.
Adrian Kaufmann, Heerbrugg (Widnau)
Velobrücke: Jedes Puzzleteil zählt