Rebstein 14.04.2026

Worauf wartet die Schweiz?

Zunehmend besteht Einigkeit darüber, dass die Nutzung von Social Media negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat. Leserbrief zum Artikel: «Schweiz skeptisch gegenüber Social-Media-Verbot» (Ausgabe 13. April 2026).

Von Mario Manser
aktualisiert am 14.04.2026

Gemäss dem Hirnforscher Manfred Spitzer beeinträchtigen soziale Medien die Gehirnentwicklung und die Kognition. Daher ist es verwunderlich, dass Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider darauf hinweist, es gebe keinen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem körperlichen sowie psychischen Wohlbefinden von Jugendlichen.

Zudem kann Social Media mitverantwortlich sein für Kurzsichtigkeit. Durch die Bildschirmzeit bewegen sich Kinder und Jugendliche weniger, was zu Übergewicht führen kann. Social Media kann zur Vereinsamung führen und durch Cybermobbing schwere seelische Verletzungen verursachen.

In einer repräsentativen Umfrage befürworten 83 Prozent der Schweizer Bevölkerung ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von Social Media. Doch was macht die Politik? Sie wartet ab, anstatt zu handeln. Das Argument, Jugendliche könnten ein Verbot umgehen, greift zu kurz. Auch Alkohol und Tabak sind für Minderjährige verboten, obwohl bekannt ist, dass solche Verbote nicht immer eingehalten werden. Dennoch würde niemand fordern, diese Regelungen deshalb aufzuheben.

Dass ein pauschales Verbot gemäss Pro Juventute wichtige Lernprozesse verhindere, kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Ansicht nach überwiegen die positiven Effekte eines Social-Media-Verbots, insbesondere im Hinblick auf die Gesundheit. Es ist zu hoffen, dass die Politik bald aktiv wird und die Nutzung stärker reguliert. Viele Eltern wären für eine staatliche Unterstützung zum Schutz ihrer Kinder dankbar.

Mario Manser, Rebstein