Fussball • 13.09.2026

1:0-Heimsieg gegen Winterthur U21: Der FC Widnau feiert im sechsten Spiel den ersten Saisonsieg

Dank einer kämpferisch herausragenden Leistung sicherte sich Widnau beim 1:0-Sieg im 1.-Liga-Spiel gegen die U21 des FC Winterthur drei Punkte. Das entscheidende Tor erzielte Timon Cabezas nach der Pause.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert am 16.09.2026

«Wir wissen, wie man Winterthur bezwingt», sagte Widnaus Trainer Andreas Lüchinger in der Vorschau auf dieses Spiel. Er hat das Rezept gefunden. Entscheidend war eine schön herausgespielte Szene in der 51. Minute: Nach einem Einwurf von Mika Metzler kam der Ball zu Lirim Shala. Dieser passte weiter auf Stefano D’Amico, der auf Ceyhun Tüccar spielte. Dessen Flanke in den Strafraum fand den mutterseelenallein stehenden Timon Cabezas, der Winterthurs Goalie Noah Brogli ohne Probleme bezwang.

Winterthur trifft zweimal das Aluminium 

Cabezas sagte nach dem Spiel:

Es war eine sehr gute Teamleistung. Wir haben in der Pause gemerkt: Es ist etwas möglich.

Nach dem Tor habe man schon noch hie und da zittern müssen, aber: «Diesmal war das Glück auf unserer Seite.» Das Glück einerseits, aber auch eine tadellose Abwehrleistung. Und wenn etwas auf das Tor kam, rettete der starke Ilija Kovacic die Null. Der Torhüter der Widnauer war einer der Pfeiler des Siegs. Was seinem Team auch noch in die Karten gespielt habe, so Cabezas, sei der holprige Rasen gewesen: Winterthur trainiert und spielt auf dem Kunstrasen gleich neben dem Stadion Schützenwiese.

Alessio De Simeis setzte mit einem Schuss in der siebten Minute ein erstes Ausrufezeichen. Dann war Winterthur an der Reihe: Tobias Okafor spielte sich auf der linken Seite durch, sein Abschluss aus spitzem Winkel zischte nur knapp am Widnauer Tor vorbei. Bei der nächsten Szene beanspruchten die Gastgeber Glück: Ein Schuss von Niko Cavka ging an den Pfosten.

Cabezas hatte nach einer Viertelstunde eine weitere Gelegenheit, Brogli rettete aber. Das Spiel war intensiv, die Zürcher Talentschmiede war technisch und spielerisch wie erwartet stark, Widnau hielt kämpferisch dagegen. In der 26. Minute hatte De Simeis eine Möglichkeit, Brogli machte den Winkel geschickt eng, sodass der Widnauer abspielen musste und keine Gefahr für die Gäste mehr bestand. Gleich darauf sagte ein Widnauer Fan: «Ou … jetz’ kund sie.» Er meinte damit ein Tor für Winterthur. Aldin Turkes passte auf Simon Höchli, der freie Bahn zum Tor hatte, den Ball aber genau auf Kovacic zirkelte. Turkes hatte gleich darauf nochmals eine Chance, auch hier stand der Widnauer Torhüter auf dem Posten. Es wurde nochmals brenzlig: Ein Schuss von Leandro Maksutaj landete an der Querlatte. Auch Widnau hatte seine Chancen: etwa Cabezas, der bei einem Pass von De Simeis nur um eine Schuhspitze zu spät kam.

Chancen auf beiden Seiten nach dem Führungstor

Nach der Pause fand Widnau gut ins Spiel zurück: Ein Abschluss von De Simeis in der 47. Minute entschärfte Brogli im Nachfassen. Nach dem Tor durch Cabezas war man gespannt, wie sich die Widnauer mit der Führung im Rücken wehren würden. «Das gibt noch lange 40 Minuten», hörte man einen Widnauer Fan sagen. Winterthur hatte nach 58 Minuten eine Riesenchance: Cavka spielte den Ball auf den mitgelaufenen Turkes, Kovacic konnte den Querpass nicht mehr verhindern. Turkes hätte den Ball nur noch über die Linie schieben müssen, aber das Spielgerät rollte ins Aus, bevor es der Winterthurer Stürmer entscheidend ablenken konnte.

Nach einer guten Stunde versuchte es der eingewechselte Borko Rakic, Kovacic wehrte wieder mit einem starken Reflex ab, den Nachschuss putzte Cabezas kurz vor der Linie weg. Das Publikum beklatschte nun jede gelungene Abwehraktion der Blau-Weissen. Es war aber nicht so, dass nur noch Winterthur spielte: De Simeis prüfte zweimal Brogli, beide Male konnte der Winterthurer Goalie klären. Auch zwei Schüsse von Shala und Tüccar gingen nur knapp am Gäste-Tor vorbei. 

Widnau feierte seinen ersten Saisonsieg, der aufgrund der starken kämpferischen Leistung verdient war. Trotz des Sieges bleibt Widnau zwar unter dem Strich, hat aber punktemässig zu Gossau und Wettswil-Bonstetten aufgeschlossen. Am nächsten Samstag muss Widnau wieder ins Tessin reisen. Gegner ist das siebtplatzierte Taverne. 

Widnau – Winterthur U21 1:0 (0:0)
Aegeten – 430 Zuschauer – SR: Rothen
Tor: 51. Cabezas.
Widnau: Kovacic; M. Metzler (68. de Almeida), Marino (73. Neumann), Györky, Giorlando; Cabezas (68. F. Metzler), Shala, De Man (83. Kuster), De Simeis, Tüccar (83. Mihci); D’Amico.
Gelbe Karten: 14. Györky, 53. Cabezas, 85. F. Metzler – Winterthur 1.