Eishockey vor 7 Stunden

4:3-Sieg nach 0:3-Rückstand: SCR steht in der Masterrunde

Der SC Rheintal gewinnt in Küssnacht am Rigi 4:3, erobert Rang zwei zurück und qualifiziert sich für die Masterrunde. Um zu den dafür nötigen Punkten zu kommen, brauchte es allerdings einen grossen Effort.

Von Sepp Schmitter
aktualisiert vor 7 Stunden

In Küssnacht am Rigi spielte sich ein Eishockeykrimi ab, in dem der SCR einen hohen Rückstand noch umdrehte. Damit eroberten sie den zweiten Rang zurück und qualifizierten sich definitiv für die Meisterrunde. Es war ein Wechselbad der Gefühle für Spieler, Staff und Fans. Nach 40 Minuten schien der SCR am Boden, doch mit dem ersten Tor kam die Hoffnung zurück. Und vier Minuten später war der SCR himmelhochjauchzend, denn nach zwei Doppelschlägen hatte er die Nase nun vorn. Trotz allem Anrennen des KSC brachten die Rheintaler die Punkte dann ins Trockene. Punkten sie auch am Mittwoch gegen Argovia, verteidigen sie ihren zweiten Rang.

Die ersten 40 Minuten waren zum Vergessen

Vor dem Spiel musste Trainer René Stüssi die Linien neu ordnen. Justin Wederkehr hatte sich an der Hand verletzt, Florin Stutz laboriert an den Folgen einer Kollision mit dem Auto und Yanick Bodemann hatte wegen einer Familienfeier frei – auch das darf im Amateursport sein. So debütierte Noah Zerlauth in der ersten Linie und insgesamt standen vier Cracks im Juniorenalter auf dem Eis. Trotzdem starteten die Luchse mit lautstarker Unterstützung ambitioniert und mit vielen Chancen. Doch mitten in dieser Druckphase schlossen die Hausherren ihren ersten Angriff mit dem 1:0 ab. Im Powerplay doppelten sie nach und stellten mit 2:0 den ersten Pausenstand her. Aus vier Chancen hatten sie mit zwei Toren und einem Pfostenschuss das Maximum herausgeholt.

Die Gäste suchten sofort nach Wiederbeginn den Anschluss, ihr Anrennen war aber etwas kopflos und ineffizient. Zur Spielmitte erhöhte Cyrill Gander, ein Nachwuchstalent der Innerschweizer, mit seinem zweiten Tor sogar auf 3:0, wobei es bis zur zweiten Pause blieb. Die Rheintaler Fans wurden ruhiger, verstummten aber nicht, denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

Sensationelles Schlussdrittel

René Stüssi fand in der Kabine die richtigen Worte, denn der Spielaufbau der Gäste wurde besser. Stüssi hatte gesagt: «Mit etwas weniger Überlegen und mehr Bauchgefühl bringt ihr die Scheibe in Tornähe und schafft so die Möglichkeit, dass sie hineinfällt.» So löste Sandro Stoop den Knopf und erzielte in der 49. Minute das 1:3. Nur 18 Sekunden später war es Silvan Good, der mitten ins Netz zum Anschluss traf. Dann nahmen die Seebuben eine Strafe und im Powerplay egalisierte Mica Moosmann auf 3:3. Das nächste Tor war Chefsache: Captain Sandro Bartholet legte die Scheibe zum 4:3 ins Tor – wieder nur 18 Sekunden nach dem letzten Tor. Der SC Rheintal brauchte keine vier Minuten, um das Spiel auf den Kopf zu stellen.

Dies sehr zur Freude seiner Fans, die die magere Zuschauerkulisse beherrschten und ihr Team zum Sieg schrien. Die offerierte Busreise hatte sich gelohnt, denn den Gastgebern gelang auch ohne Torhüter nichts mehr, sie hatten ihr Pulver früh verschossen. Zumal SCR-Goalie Vincent Sauter über sich hinauswuchs; er liess mit mirakulösen Paraden und der Mithilfe des Gehäuses keine weiteren Gegentore zu. So endete ein absolut verrücktes Spiel mit einem denkwürdigen Sieg des SCR. Zum letzten Spiel der Qualifikation empfangen die Luchse am Mittwoch, 20 Uhr, die Sterne aus dem Aargau.

1. Liga Ost
Küssnacht – Rheintal 3:4 (2:0, 1:0, 0:4)
KEG Küssnacht – 87 Zuschauer – SR: Graber; Sudik, Remund.
Tore: 12. Gisler (Leuppi, Penzenstadler) 1:0, 17. Gander (Penzenstadler, Malcarney) 2:0, 32. Gander (Koch) 3:0, 49. (48:09) Stoop (Manser, Monnat) 3:1, 49. (48:27) Good (Binder, Bernard) 3:2, 52. Moosmann (Pilgram, Hagen) 3:3, 53. Bartholet (Stoop, Manser) 3:4.
Strafen: Küssnacht 4x2, Rheintal 2x2 Minuten.
Rheintal: Sauter (Metzler); Binder, Thurnherr, Pfennich, Good, Zerlauth; Hagen, Pilgram, Waidacher, Wiedner, Moosmann; Manser, Egger, Monnat, Bartholet, Stoop; Baur, Bernard.

Weitere Ergebnisse: Wil – Herisau 5:4, Argovia – Bellinzona 4:2, Wallisellen – Burgdorf 1:3, Reinach – Prättigau-H. 5:3.
Rangliste: 1. Wil 20/53, 2. Rheintal 19/35, 3. Prättigau-H- 19/35, 4. Burgdorf 19/34, 5. Reinach 19/32, 6. Bellinzona 19/31, 7. Argovia 18/29, 8. Wallisellen 19/24, 9. Herisau 19/23, 10. Küssnacht 19/12, 11. Luzern 18/4.

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