2. Liga inter: Altstätten gegen SH II unter Druck
Die erste Entscheidung fällt am Samstagabend auf der Altstätter Gesa. Drei Stunden vor dem ersten WM-Spiel der Schweizer Nati, um 18 Uhr, trifft der FCA auf Schaffhausen II. Der Gegner hat fünf Punkte mehr und den Ligaerhalt geschafft, für die Städtli-Elf geht’s um ebendiesen. Im Hinspiel trennten sich das «Zwei» der Munotstädter und Altstätten 2:2. Der FCA lag zweimal vorne, etwa 2:1 durch Manuel Stüdli in der 87. Minute, kassierte in der 91. Minute per Penalty aber noch den Ausgleich.
Gegen eine andere zweite Mannschaft, jene des FC Wil, verpasste Altstätten am letzten Samstag den Ligaerhalt, weshalb es auf das letzte Saisonspiel ankommt. Altstätten liegt mit 27 Punkten über dem Strich, Wil II und Chur 97 mit je 25 unter diesem. Die Bündner empfangen in der letzten Runde den FC Seefeld, der einen Punkt hinter Gossau auf Rang zwei liegt und noch aufsteigen kann. Wil II ist bei Dardania SG zu Gast, das am letzten Wochenende den Ligaerhalt fixiert hat.
Die Annahme, dass der FCA im letzten Spiel noch punkten muss, um das Saisonziel zu erreichen, liegt auf der Hand. Er kann nicht davon ausgehen, dass die beiden unter dem Strich liegenden Teams verlieren. Zumal möglicherweise auch einer oder sogar zwei der schlechtesten Tabellenviertletzten in die 2. Liga absteigen. Im Quervergleich mit jenen aus den anderen vier Gruppen belegt Altstätten den dritten Platz – nebst Rang elf in der eigenen Gruppe gilt es, auch diesen zu halten.
Die Niederlage in Wil II war ein Dämpfer für die Städtli-Elf, die auf Spielertrainer und Top-Torschütze Egzon Shabani verzichten musste. Weil zwei weitere Stammspieler fehlten, war der Substanzverlust zu gross. Gegen Schaffhausen II wird der FCA aber noch einmal alles in die Waagschale werfen, um den Ligaerhalt zu schaffen. Schaffhausen II hat die letzten drei Spiele ohne Gegentor verloren, unterlag zuvor aber dreimal in Folge auswärts. Ob es auf der Gesa ein Fest gibt, zeigt sich spätestens gegen 20 Uhr.
2. Liga: Wiederholt sich die Fussballgeschichte?
Einen Dämpfer gab es am letzten Sonntag auch für den FC Montlingen. Mit hohen Erwartungen und sehr vielen Fans reiste er nach Ruggell und verlor das Spitzenduell 1:2. Die Oberrheintaler können den Aufstieg nun nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Sie müssen darauf hoffen, dass Rüthi den FC Ruggell besiegt – und natürlich selbst die zweite Mannschaft des FC Vaduz besiegen, die auch im Spitzenfeld mitmischt. Alle Zweitliga-Spiele mit Rheintaler Beteiligung finden am Sonntag um 16 Uhr statt.
Eine ähnliche Ausgangslage gab es vor 26 Jahren schon einmal. In der 3. Liga kämpften Altstätten, Grabs und Rüthi um den Aufstieg. Zwei dieser drei Mannschaften sollten ihn schaffen, weil im Sommer 2000 die 2. Liga interregional gegründet wurde. In der letzten Runde traf Leader Altstätten auf Ruggell, gewann standesgemäss 6:0 und schaffte den Aufstieg. Rüthi hingegen lag vor der letzten Runde auf Platz drei und musste hoffen, dass Grabs beim Mittelfeldteam Montlingen verliert.
Und Montlingen war nicht gewillt, den Werdenbergern Geschenke zu machen. Vor 600 Fans besiegte der FCM auf dem Kolbenstein Grabs durch die Tore von Harun Özkan, Diego Sieber und Stefan Baumgartner mit 3:0. «Bitteres Ende für Grabs»: So titelte der «Rheintaler» am 13. Juni 2000. Am anderen Ende der Gefühlsskala befanden sich die Rüthner: Sie liessen gegen Absteiger Appenzell nichts anbrennen und gewannen 6:3. Vier Tore zu diesem Sieg trug Christian Suppan bei, zweimal traf Tomas Katnik. «Aufstieg dank dem Erzrivalen» lautete der Titel über dem Spielbericht. Der FC Rüthi war am Ziel angelangt. Nun könnte er sich, 26 Jahre später, mit einem Sieg gegen Ruggell bei Montlingen für den damaligen Gefallen bedanken.
Einfach wird dies nicht, die Liechtensteiner gaben am letzten Sonntag ein sehr starkes Bild ab. Besonders in der Abwehr, wo Sandro Wieser und Gabriel Pereira Brilhante beinahe nichts zuliessen, ist Ruggell stark. Und vorne können die Liechtensteiner auch auf Spieler zählen, die ein Spiel fast aus dem Nichts entscheiden können, wie am letzten Sonntag der 42-jährige Agim Zeqiri. Dies, während es für die Bojaxhi-Elf zumindest tabellarisch um nicht mehr viel geht. Es ist allerdings auch bekannt, dass Rüthi auf dem Rheinblick äusserst ungern und sehr selten verliert. Ruggell erwartet kein Spaziergang, die Montlinger Hoffnungen auf Schützenhilfe sind durchaus berechtigt.
Der FC Au-Berneck empfängt indes zum letzten Aufgalopp in dieser Saison auf der Tägeren den FC Abtwil-Engelburg. Bei den Mittelrheintalern scheint mit dem erreichten Ligaerhalt die Luft etwas draussen zu sein. Dennoch ist davon auszugehen, dass sich die Mannschaft sowie der scheidende Trainer Daniele Polverino mit einem Sieg vom stets treuen Heimpublikum verabschieden wollen.
3. Liga: Abschied von zwei langjährigen Trainern
Um Abschiede geht’s auch in der 3. Liga. Am Samstag, 16 Uhr, finden die letzten Spiele von Ralph Heeb als Rebstein- und Patrik Riklin als Diepoldsau-Trainer statt. Beide verlassen ihre Vereine, die bereits Nachfolgelösungen präsentiert haben. Der FC Rebstein bekommt es mit dem Tabellenfünften aus Teufen zu tun, dem er in der Hinrunde beim 1:1 auswärts einen Punkt zugestehen musste. Es ist davon auszugehen, dass die zweite Reihe Einsatzzeit bekommen wird.
Mit einem Sieg könnte Heeb seinem guten Freund Riklin aber den Gefallen tun, dass der FC Diepoldsau-Schmitter die Saison unabhängig vom eigenen Resultat auf dem vierten Rang und damit im vorderen Tabellendrittel abschliesst. Der FCD trifft zum Schluss auf den überraschenden Aufsteiger Rotmonten, der sich in der Rückrunde zu einem Spitzenteam entwickelt hat und auf Rang drei bleiben wird. Ein Derby gibt’s auf der Gesa: Um 15 Uhr, als Vorspiel für das «Eins», trifft Altstätten II auf Montlingen II. Die Altstätter stehen als Absteiger fest, der FCM belegt den siebten Rang – und hat mit Trainer Francesco Bologna erneut verlängert. Er geht ab dem Sommer in seine dritte Saison mit den Montlinger Reserven.
Frauen: Widnau surft auf der Erfolgswelle
Bei den Frauen glänzt zurzeit vor allem der FC Widnau: Er gewann zuletzt achtmal in Folge und schlug dabei auch Leader Bühler mit 4:2. Die Widnauerinnen treffen in der letzten Runde am Sonntag, 13.30 Uhr, auf Chur 97, das den drittletzten Rang belegt. Alles andere als ein weiterer Sieg wäre eine Überraschung. In der 3. Liga spielen die bereits abgestiegenen Rebsteinerinnen am Sonntag, 11.30 Uhr, gegen Widnau II. Au-Rheineck, das an zweiter Stelle liegt, gastiert um 14 Uhr beim FC Ems und geht favorisiert ins Spiel. Anders sieht die Ausgangslage in der 4. Liga aus, wo Altstätten bei Leader Eschenbach II zu Gast ist.
Am Wochenende fallen die letzten Würfel definitiv