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Industrie  28.04.2026

Armin Hanselmann: «Das Vertrauen in den Arbeitsplatz St. Margrethen besteht»

Die Ausbaupläne des Unternehmens Stadler Rail in St. Margrethen sind ins Stocken geraten. Vorläufig wird nicht gebaut. Was dieser Entscheid für die Gemeinde bedeutet.

Von Hildegard Bickel
aktualisiert am 29.04.2026

Letzten Herbst erregte der Entscheid der SBB Aufsehen: Der zwei Milliarden schwere Grossauftrag über mindestens 116 neue Doppelstockzüge ging nicht an Stadler, sondern an Siemens nach Deutschland. Diesen Entscheid konnte Stadler nur schwer nachvollziehen und hat Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Anfang April teilte Stadler mit, den Rekurs zurückzuziehen. Aufgrund der stark eingeschränkten Informationen hat das Unternehmen keine Anhaltspunkte gefunden, um das Gerichtsverfahren weiterzuführen.

Bereits vor der Vergabe des SBB-Grossauftrages reichte Stadler letzten Sommer ein Baugesuch für eine Erweiterung ein. Geplant waren neben Büros eine dritte Montagehalle, sowie ein Lackierwerk. Dennoch blieb das Unternehmen zurückhaltend. Ob der Ausbau realisiert wird, hänge von der künftigen Auslastung ab, hiess es damals. Die aktuelle Entwicklung führt nun dazu, dass beim Werk in St. Margrethen, dem Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge, vorläufig keine Erweiterung gebaut wird. Wir fragten nach bei Gemeindepräsident Armin Hanselmann, was dieser Entscheid für St. Margrethen bedeutet. 

Welchen Einfluss hätte der Bau auf die Gemeinde gehabt?

Armin Hanselmann: Für St. Margrethen hat der Zuzug von Stadler Rail bereits eine sehr grosse Bedeutung. Der Bau des Werkes hat verschiedene Impulse für das Dorf mit sich gebracht. Wir sind überzeugt, dass die Erweiterung kommen wird und unterstützen diese natürlich auch, da Stadler Rail unter anderem weitere gute Arbeitsplätze bringt und den Standort St. Margrethen zusätzlich stärkt.

Armin Hanselmann: «Das Vertrauen in den Arbeitsplatz St. Margrethen besteht»

Gibt es eine steuertechnische Zwischenbilanz seit dem Zuzug des Unternehmens nach St. Margrethen? Die ersten Hallen des neuen Standorts auf dem Altfeldareal wurden Ende 2019 bezogen, die Produktion begann Anfang 2020.

Als grösster Arbeitgeber im Dorf hat Stadler selbstverständlich eine Auswirkung auf den Haushalt. Die Gemeinde verzeichnet eine Zunahme bei den Quellensteuern, was bedeutet, dass die Zahl der Grenzgänger, die im Dorf arbeiten, zugenommen hat. Zudem haben im Zusammenhang mit Stadler Rail auch verschiedenen Arbeitnehmende im Dorf Wohnsitz genommen.

Welche Bedeutung hat es für das Image des Arbeitsortes St. Margrethen, wenn ein Grossunternehmen wie Stadler (noch) nicht im gewünschten Mass Arbeitsplätze erweitern kann?

Wie Stadler Rail berichtet hat, hält das Unternehmen am Ausbau des Standorts in St. Margrethen fest, lässt aber den konkreten Zeitpunkt noch offen. Die Ausbaupläne zeigen, dass von Seiten Stadler Rail das Vertrauen in den Arbeitsplatz St. Margrethen besteht, was auch einen verstärkenden Effekt für das Dorf hat. Das Vertrauen zeigt sich zum einen darin, dass verschiedene Unternehmen unser Dorf mit Investitionen entwickeln und zum anderen auch in den verschiedenen Bautätigkeiten und Projekten innerhalb des Dorfes. 

Wie berechnet die Gemeinde die Steuereinnahmen im Fall einer Firma, die einen Ausbau plant? Fliesst das ins Budget mit ein?

Unabhängig vom Unternehmen beobachten wir die Entwicklung der ortsansässigen Firmen sowie allfälliger Zuzüger. Mögliche Veränderungen werden im Budgetprozess mit einer Annahme auch entsprechend berücksichtigt.