Es lief die 89. Minute auf dem Nebenplatz des Rheinblicks. Rüthi führte mit 4:2 und es machte nichts mehr den Anschein, dass noch viel passieren würde. Die Blau-Weissen hatten das Spiel im Griff, obwohl sie den Gästen in der zweiten Halbzeit zwei Tore zugestehen mussten. Dann sah Flamur Bojaxhi für ein Foulspiel die gelbe Karte. Und zur grossen Verwunderung der 75 Fans nahm der Unparteiische Sekunden später auch die rote Karte aus der Hosentasche und stellte den Rüthner Stürmer vom Platz. Es war ein Schlusspunkt, der irgendwie so gar nicht zu diesem unterhaltsamen Spiel passen wollte, das von beiden Teams fair geführt wurde.
Viele Rüthner Chancen und vier Tore in der ersten Halbzeit
Rüthi legte in der ersten Hälfte vier Tore vor – es hätten gut auch mehr sein können. Wittenbach hatte phasenweise Mühe, sich aus der Umklammerung zu lösen. Vor allem Gabriel Lüchinger und der pfeilschnelle Robin Sonderegger stellten die Defensive der Gäste einige Male vor Probleme. Mit der ersten Chance des Spiels ging Rüthi, bei dem Tobias Geisser gelbgesperrt fehlte, in der 9. Minute in Führung. Sonderegger sprintete rechts durch und spielte den Ball zum mitgelaufenen Kevin Streule, der ohne Mühe den Treffer markieren konnte. Der Schiedsrichterassistent zeigte zwar eine Abseitsstellung an, das Tor wurde dennoch gegeben. Wittenbach reagierte mit einer starken Antwort: Captain Luca Brülisauer flankte auf Jonathan Lacava. Dessen Schuss entschärfte Rüthi-Goalie Joris Hallauer mit einer Glanzparade.
Dann waren wieder die Einheimischen am Drücker: Sonderegger war nicht vom Ball zu trennen und erzielte das 2:0. Nur zwei Minuten später flankte Cristian Navarro auf Captain Sven Städler. Dessen Kopfball war hervorragend, ebenso die Parade des Wittenbacher Torhüters Michal Rudnicki. Es ging gleich weiter: Dominik Eisenhut rettete für seinen geschlagenen Goalie kurz vor der Linie, dann scheiterten Argurian Bojaxhi und Bastian Geisser an der Abwehr. Wenig fehlte auch bei einem Abschlussversuch von Städler in Minute 27. Dann scheiterte Sonderegger aus aussichtsreicher Position, nachdem Streule, herrlich von Lüchinger angespielt, Rudnicki zu einer Parade zwang. Der Gäste-Goalie stand auch bei einem Bastian-Geisser-Freistoss auf seinem Posten und wehrte zur Ecke ab. Den ersten Corner konnte die Wittenbacher Verteidigung noch klären, der zweite, den wiederum Bastian Geisser trat, brachte das 3:0 durch Lüchinger. Noch vor dem Pausenpfiff hiess es 4:0, wieder traf Lüchinger. Auch die Vorarbeit, eine haargenaue Freistossflanke von Mattia Sbocchi, war sehenswert.
Wittenbach mit zwei Toren innert drei Minuten
Die erste Chance der zweiten Hälfte gehörte wiederum Rüthi: Städlers Schuss ging knapp vorbei. Dann fehlte bei einem Abschlussversuch von Sonderegger nur wenig und Städler versuchte es aus 45 Metern mit einem Bogenball. Wittenbach kam nach einem Ballverlust im Mittelfeld durch Loris Flück zu einem Schuss, den Hallauer parierte. Nach 72 Minuten sah es nach dem 5:0 aus: Flamur Bojaxhi kam zum Abschluss. Rudnicki wehrte diesen zwar ab, doch das Leder rollte langsam auf das Tor zu, wo es vom Torhüter auf der Torlinie entschärft wurde. In der 74. Minute kam Wittenbach zum ersten Treffer. Der eben erst eingewechselte Pascal Eisenring bezwang Hallauer mit einem Flachschuss. Die Gäste, die schon länger als Absteiger in die dritte Liga feststehen, kamen nun auf und Alec Brem erzielte mit einem Schuss ins lange Eck das 4:2. Noch waren 13 Minuten zu spielen, doch Rüthis Abwehr liess nicht mehr viel zu. Weil auch die Wittenbacher Defensive sicherer agierte als noch in der ersten Hälfte, blieb es beim 4:2.
«Damit haben wir mindestens den fünften Platz auf sicher», sagte Rüthis Sportchef Joël Baumgartner. Eine Zwischenbilanz zwei Runden vor Schluss, wie sie nicht jeder Aufsteiger vorweisen kann.
Meisterschaft 2. Liga, Gruppe 1:
Rüthi – Wittenbach 4:2 (4:0)
Rheinblick (Nebenplatz), 75 Zuschauer
Tore: 9. Streule 1:0, 15. Sonderegger 2:0, 42. Lüchinger 3:0, 45. Lüchinger 4:0, 73. Eisenring 4:1, 76. Brem 4:2.
Rüthi: Hallauer; C.Navarro, Zäch, A. Bojaxhi (79. Staub), Geisser; Selmani (54. F. Bojaxhi), Sbocchi, Städler; Sonderegger (75. Loher), Lüchinger (81. Weber); Streule.
Wittenbach: Rudnicki; Hoffmann (89. Omerbegovic), Eisenhut, Adilahi Awed, Flück; Guirao (46. Egli); Brülisauer (46. Fässler), Raimovic (60. Aiello), Brem, Lacava; Colonna (70. Eisenring).
Gelbe Karten: 24. A. Bojaxhi, 79. Lüchinger, 88. F. Bojaxhi, 90. G. Bojaxhi, 95. Flück
Gelb-rote Karte: 88. F. Bojaxhi
Der FC Rüthi gewinnt gegen Absteiger Wittenbach dank einer starken ersten Hälfte 4:2