Die erste Halbzeit war beinahe eine Kopie des Halbfinals in Yverdon. St.Gallen ging früh in Führung, verpasste aber, ein Tor nachzulegen, sodass es nach 45 Minuten 1:0 stand. Einen Unterschied gab es aber: Kurz vor der Pause flog St.Gallen-Goalie Lukas Watkowiak mit der roten Karte vom Platz. Er hatte einen schweren Fehler begangen und stoppte Ouchys Stürmer mit einem Foul, bevor dieser ein sicheres Tor erzielt hätte. So musste St.Gallen fortan mit einem Spieler weniger auskommen, Alessandro Vogt machte Platz für Lawrence Ati Zigi.
Zuvor hatte der FCSG das Spiel im Griff. Er startete wie die Feuerwehr, es war sehr gut sichtbar, dass er ein frühes Tor erzielen wollte. Und dies gelang ihm auch: Nach acht Minuten fand eine Flanke den Kopf von Aliou Baldé, der in die Mitte spielte, wo Tom Gaal aus kurzer Distanz das 1:0 erzielte. St.Gallen suchte danach das 2:0 und kam durch Baldé und nochmals Verteidiger Gaal auch zu zwei guten Chancen, doch das zweite Tor fiel nicht. So ging es mit dem kleinstmöglichen Vorsprung in die Pause.
Die zweite Halbzeit begann mit zwei Chancen für Ouchy, das nach der roten Karte gegen Watkowiak Lunte gerochen hatte. Es war durchaus gefährlich, der Ausgleich hätte fallen können. Doch das nächste Tor gelang dem FC St.Gallen. Es dauerte lange, bis der VAR nach einem Handspiel im Ouchy-Strafraum eingriff und es gab Penalty für den FCSG. Captain Lukas Görtler verwandelte souverän zum 2:0 und brachte das Wankdorf damit neuerlich zum Beben.
Damit war das Spiel dann auch gelaufen. Von Ouchy kam nicht mehr fiel und es brach das grosse Warten auf den Schlusspfiff und die damit verbundene Cup-Feier an. Es war spürbar, dass nicht mehr allzu viel zu erwarten war von diesem Spiel, in dem man zu keinem Zeitpunkt merkte, dass St.Gallen mit einem Mann weniger agierte. Vielmehr übernahmen nun die FCSG-Fans das Zepter mit verschiedenen Aktionen, die alle rund 22'000 St.Galler Fans im Stadion involvierten. Seit 2000 hat der FCSG keinen Titel mehr gewonnen, seit 1969 keinen Cup mehr. Die Stimmung war herrlich.
Und dann kam der ganz grosse Auftritt von Christian Witzig. In der 91. Minute wurde er eingewechselt – und traf mit seiner ersten Ballberührung spektakulär zum 3:0 für den FCSG. Und dann folgte nach neun Nachspielminuten der Schlusspfiff und alle Dämme brachen: St.Gallen ist seit 1969 wieder Cupsieger!
Der FC St.Gallen gewinnt den Schweizer Cup