Angesichts der Friedensverhandlungen im Nahen Osten keimt an den Börsen die Hoffnung auf eine Normalisierung der Rohstofflieferungen durch die Strasse von Hormus. Das spiegelt sich im Ölpreis: Mit 73 US-Dollar war ein Fass der Marke Brent diese Woche zeitweise so günstig wie vor Kriegsausbruch. Dass die Aktienmärkte trotzdem über weite Strecken schwächer tendierten, lag an der bröckelnden Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI).
Zwar ist die Nachfrage nach der dafür benötigten Infrastruktur nach wie vor hoch, wie die Geschäftszahlen von Micron belegten. Der US-Chiphersteller vervielfachte Umsatz sowie Gewinn im vergangenen Quartal und schlug damit die Analystenerwartungen klar. Allerdings stellt sich für die Anleger vor dem Hintergrund der teils hohen Bewertungen vieler Technologieunternehmen die Frage, wie lange das die Kurse noch antreibt.
Zinsen steigen potenziell
Darüber hinaus fürchten die Börsianer potenzielle Zinserhöhungen der Notenbanken. Diese würden die Aufnahme von Fremdkapital und den Infrastrukturausbau verteuern. Die Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik belastet auch Gold.
Der Unzenpreis notierte erstmals seit November unter 4000 US-Dollar. Dank des geringen Anteils an Technologietiteln konnte sich der Swiss Market Index (SMI) dem Trend seiner ausländischen Pendants entziehen und auf ein Allzeithoch klettern. Gefragt waren unter anderem die defensiven Schwergewichte.
Nach ihrem raketenhaften Börsendebüt büssten die Aktien von SpaceX an Flughöhe ein. Mit 154 US-Dollar notierten sie zeitweise knapp ein Drittel unter ihrem Rekordhoch. Grund waren Gewinnmitnahmen vieler Investoren, die zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar eingestiegen waren. Darüber hinaus erzeugt der enorme Kapitalbedarf des Unternehmens Verunsicherung.
Verbindlichkeiten Refinanzieren
So bereitet dieses eine Anleiheemission im Volumen von mindestens 20 Milliarden US-Dollar vor. Hauptzweck soll nicht die Wachstumsfinanzierung sein, sondern die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten. Der Verkaufsdruck auf die SpaceX-Aktien dürfte sich perspektivisch erhöhen.
Denn mit dem Ende der Lock-out-Periode wird es wohl zu einem Angebotsüberhang kommen. Die Stimmung unter den deutschen Einkaufsmanagern trübte sich im Juni weiter. Der PMI für die Privatwirtschaft fiel von 48,8 auf 48 Punkte, den tiefsten Wert seit Dezember 2024. Besonders schlecht läuft es bei den Dienstleistern.
Hier sank das Barometer um 1,3 Zähler auf 46,8 Punkte. Gründe sind höhere Inflation und der schlechte Arbeitsmarkt, die die Konsumlaune der Haushalte belasten. Etwas besser schneidet die Industrie ab. Deren PMI liegt nach einem Minirückgang mit 50 Punkten genau auf der Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion.
Der SMI erreicht ein Rekordhoch und trotzt der Schwäche an den Weltbörsen