Seitenblick 14.04.2026

Ein nimmermüder Besserwisser: Über die Ursprünge von Gottfried Stutz

Jüngst meldete sich ein Leser, der nicht zufrieden mit meiner Berichterstattung war, per Mail bei mir. Der Betreff lautete «Gottfried Stutz». Das brachte mich zum Nachdenken.

Von Gianni Amstutz
aktualisiert am 14.04.2026

Weniger über den Inhalt der Nachricht, in der mir besagter Herr fälschlicherweise Fehler in der Berichterstattung vorwarf. Vielmehr liess mich der Ausdruck «Gottfried Stutz» nicht mehr los. Gab es einmal einen Mann mit diesem Namen, der seine Zeitgenossen dermassen zur Weissglut trieb, dass er irgendwann zum Synonym für Verärgerung wurde? 

Eine Internetrecherche zeigt, dass es sich bei diesem Ausruf um eine Abwandlung von «Gopfertami» handeln soll. Schade. Die Vorstellung eines nimmermüden Besserwissers, der sich mit seinem rechthaberischen Wesen im Wortschatz verewigt hat, finde ich ausgesprochen charmant.

Als Journalist soll man schliesslich auch nicht nur Freude verbreiten. Das soll nicht heissen, dass nur Negativschlagzeilen gute Geschichten sein können. Aber eine kritische Berichterstattung, die Verantwortlichen in Behörden, Politik oder Wirtschaft dann und wann ein «Gopfridstutz» entlockt, ist durchaus angebracht. Gottfried Stutz wäre stolz darauf.