Auch im Tessin herrscht noch Sommer: Die Temperaturen lagen beim Ankick des Kellerduells am Samstagabend um 20 Uhr noch immer bei fast tropischen 27 Grad.
Widnau begann gut und hatte erste Möglichkeit des Spiels: In der vierten Minute prüfte Ceyhun Tüccar Locarno-Torhüter Aleandro Prati mit einem gefährlichen Schuss, der genau gepasst hätte. Danach spielte sich das Geschehen mehrheitlich im Mittelfeld ab. Burkaa dribbelte sich in der 14. Minute durch, Lirim Shala klärte, bevor aus dem Angriff eine Chance wurde. Nach 23 Minuten hatte Widnau die nächste Möglichkeit: Der aufgerückte Verteidiger Luca Giorlando prüfte nach einer abgefälschten Flanke von Stefano D’Amico den Tessiner Torhüter, der blitzschnell tauchte und das Leder zum Eckball ablenkte. Prati reagierte auch beim anschliessenden Corner stark, als er Tüccar den Ball vom Fuss fischte, bevor der Widnauer die Situation abschliessen konnte. Wenig spätern bekam auch Widnau-Goalie lija Kovacic etwas zu tun, der Roller von Nico Stojcev konnte ihn aber nicht beunruhigen.
Dann wurde es richtig brenzlig: Bourkaa unterlief in der der eigenen Platzhälfte ein Fehlpass. D’Amico stand völlig frei vor Prati, der Kopf und Kragen riskierte und den Verlusttreffer verhinderte. Es war die mit Abstand beste Chance im bisherigen Verlauf der Partie. Kurz darauf kam Stojcev nach einer Flanke aus spitzem Winkel zum Abschluss, Kovacic wehrte ab, der Nachschuss landete am Aussennetz.
Die Begegnung wurde nun ruppiger. Innerhalb weniger Minuten sahen je zwei Spieler jeder Mannschaft die gelbe Karte. Es war typisches Match zwischen zwei Teams, die in der Tabelle hinten liegen und Punkte brauchen. Dennoch schmeichelte der 0:0-Pausenstand den Tessinern, denn Widnau hatte zwar wenige, aber gute Tormöglichkeiten.
Schrecksekunde kurz vor Schluss
Nach dem Pausentee tat sich offensiv lange sehr wenig, für beide Torhüter gab es keine Beschäftigung mehr. Widnau-Trainer Andreas Lüchinger reagierte nach 66 Minuten mit der Einwechslung dreier Offensivkräfte: Timon Cabezas, Hakija Canoski und Yasir Mihci. In der 75. Minute hatte aber einer, der schon von Anfang an dabei war, die bislang einzige Chance in der zweiten Hälfte: Alessio De Simeis scheiterte mit seinem Schuss aus halbrechter Position an Prati, der per Fussabwehr rettete. Und sieben Minuten später war es erneut De Simeis, dessen Schussversuch im letzten Moment geblockt wurde.
Widnau hatte über das ganze Spiel gesehen ein Chancenplus - eine Führung wäre verdient gewesen. Doch vier Minuten vor Schluss hätte alles anders kommen können: Dario Jagodic kam zentral an der Strafraumgrenze zum Schuss, Kovacic wehrte ab. Stéphane Thierry Zobo reagierte auf den Abpraller am schnellsten. Alleine vor dem Widnauer Torhüter drosch der Stürmer den Ball aber in den Tessiner Nachthimmel. Wenig später probierte es Jagodic aus der Distanz, der Ball ging am Tor vorbei.
Nach drei Nachspielminuten war das ereignisarme Spiel zu Ende. Am nächsten Sonntag (14 Uhr) spielt der FCW zu Hause gegen die Winterthurer U21. Das letzte Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften gewann Widnau vor knapp vier Monaten mit 2:1.
Meisterschaft 1. Liga Classic, Gruppe 3:
Locarno – Widnau 0:0
Stadio Comunale Lido – SR: Ljamalari – SRA: Scherzer, Jaquet.
Locarno: Prati; Riccio, Kabamba, Di Benedetto, Bourkaa; Facchinetti; Morandi, Stojcev (75. Faye); Decapitani (66. Seferaj); Cutunic (75. Jagodic), Zobo
Widnau: Kovacic; Giorlando, Marino, Györky, Giovetti de Almeida; Tüccar (66. Mihci), Shala, De Man, M. Metzler (66. Canoski); De Simeis; D’Amico (66. Cabezas)
Gelbe Karten: 31. D’Amico, 32. Di Benedetto, 34. Cutunic, 34. Györky, 82. Mihci, 86. Giovetti de Almeida
Weitere Resultate:
Gossau – Tuggen 1:4, Baden – Wettswil-Bonstetten 3:1, Thalwil – St. Gallen U21 5:1, Kosova – Eschen/Mauren 5:0, Taverne – Dietikon 3:2, Collina d’Oro – Winterthur U21 1:0. Mendrisio – Freienbach (So. 16 Uhr).
Tabelle: 1. Tuggen 5/15, 2. Baden 5/13, 3. Thalwil 5/10, 4. Kosova 5/9, 5. Collina d’Oro 5/8, 6. Taverne 5/7, 7. Dietikon 5/7, 8. St. Gallen U21 5/7, 9. Winterthur U21 5/6, 10. Gossau 5/5, 11. Wettswil-Bonstetten 5/4, 12. Eschen/Mauren 5/4, 13. Mendrisio 4/3, 14. Freienbach 4/3, 15. Locarno 5/2, 16. Widnau 5/2.
In einem chancenarmen Spiel trennen sich Locarno und Widnau 0:0