Christlich 09.08.2026

Irische Segenswünsche bergen Weisheiten für das Leben

Alte Worte entfalten bis heute eine besondere Kraft: Irische Segenswünsche verbinden christlichen Glauben, Naturverbundenheit und Lebensnähe. Sie schenken Trost, machen Mut und erinnern daran, dass unser Handeln Früchte trägt.

Von Uwe Rohloff
aktualisiert am 09.08.2026

In den Sommerferien dieses Jahr fuhr ich als Stellenleiter der akj Rheintal wieder zweimal mit Rheintaler Jugendlichen nach Holland auf Segeltörn. Jeden Morgen suchten die Jugendlichen irische Segenswünsche heraus, um den Tag gemeinsam unter Gottes Segen zu stellen.

Irische Segenswünsche beruhen auf unserer christlichen Spiritualität und sind dafür da, Gottes Segen in das Leben von Menschen hineinzusprechen. Sie schenken Trost und Kraft, geben neue Denkanstösse. Sie drücken Anteilnahme aus, wünschen Glück, machen Mut, schenken Freude und laden ein, das Leben mit neuen Augen zu sehen.

Irische Segenswünsche stammen aus der keltischen Spiritualität und Lebenswelt. Entstanden sind sie ab dem 6. Jahrhundert durch irische Mönche, die darin ihren christlichen Glauben und ihre Naturverbundenheit ausdrückten. Sie wurden über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben.

In den Formulierungen findet sich der Bezug zur Natur durch Bilder von Sonne, Regen, Wegen und Feldern. Sie sind lebensnah formuliert und thematisieren Wünsche für das tägliche Brot, die Arbeit und Freude. Hier schreibe ich zwei Beispiele für irische Segenswünsche auf:

Möge Gott Dir von der Quelle, die nie versiegt, zu trinken geben. Gesegnet sei der Lauf Deines Lebens!

 Mögen aus jedem Samen, den Du säst, wunderschöne Blumen werden, auf dass sich die Farben der Blüten in Deinen Augen spiegeln und sie Dir ein Lächeln auf Dein Gesicht zaubern.

Interpretieren kann man den zweiten Segenswunsch auf mehreren Ebenen. Zum einen natürlich ganz direkt als Segen für die Gartenarbeit oder die Pflege von Pflanzen, an der wir uns freuen dürfen. Zum anderen gibt es verschiedene Bibelstellen, die allgemein unser Handeln mit Saat und Ernte vergleichen, zum Beispiel im Brief an die Galater, Kapitel 6, Vers 7:

Was der Mensch sät, das wird er ernten.

Dieses Prinzip besagt, dass unser Handeln, unsere Worte und Gedanken spürbare Folgen oder Konsequenzen im Leben haben. Liebe, Ehrlichkeit, Glaube und Grosszügigkeit bringen gute Früchte hervor – zum einen nachvollziehbar auf psychologischer Ebene –, zum anderen auf geistiger Ebene und nicht sofort für uns erkennbar.

Wer etwa jemandem dauerhaft die Vergebung verweigert, wird bitter im eigenen Herzen und bleibt innerlich an die negative Situation gebunden. Möge Gott allen helfen, auf allen Ebenen Samen zu säen, die gute Früchte hervorbringen.