Die Gefechte zwischen dem Iran und den USA sowie die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien haben an den Börsen die Sorgen über eine längerfristige Störung der Rohstoffversorgung aus dem Nahen Osten wachsen lassen.
Das spiegelte sich im Ölpreis (Brent), der erneut über die Marke von 100 US-Dollar kletterte. Zusätzlich dämpften die erwarteten Leitzinserhöhungen durch die grossen Notenbanken die Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger. Vor diesem Hintergrund tendierten die Aktienmärkte über weite Strecken tiefer. Dass die Kurse in Asien und den USA dabei nicht stärker nachgaben, ist auf das nach wie vor bestehende Interesse der Investoren an Technologiewerten mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) zurückzuführen.
Novartis zieht den SMI nach unten
Nach dem Rekordhoch von vergangener Woche liessen die Forschungsrückschläge mit zwei Hoffnungsträgern, dem Herzmittel Pelacarsen und dem Wirkstoff Del-desiran gegen die Muskelkrankheit myotone Dystrophie, die Aktie von Novartis am Dienstag um fast 11% absacken. Damit sind an einem einzigen Handelstag rund 24 Milliarden Franken an Marktkapitalisierung verpufft. Zugleich ist es der grösste Kursverlust seit Frühjahr 2020.
Wegen des hohen Gewichts des Pharmariesen im Swiss Market Index (SMI) kam dieser ebenfalls unter Druck. Der Elektroinstallateur Burkhalter verbuchte derweil für das erste Semester bei gehaltenem Umsatz einen im Vergleich zum Vorjahr klar höheren Reingewinn. Fast 19 Millionen Euro weniger verdient und damit die Analystenschätzungen verfehlt hat Medacta. Hauptgrund dafür war der schwächelnde US-Markt. Trotzdem hält das Orthopädieunternehmen an seinen Finanzzielen für dieses Jahr fest.
EZB erhöht den Leitzins
Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die hohe Inflation im Währungsraum (August: +3.3%) ernst. Wie von uns erwartet, hat sie am Donnerstag ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht. Entgegen dem Konsens rechnen wir auf Zwölf-Monats-Sicht mit keiner weiteren Straffung der Geldpolitik. Denn zum einen würde die EZB Gefahr laufen, das ohnehin schon bescheidene Wirtschaftswachstum abzuwürgen. Zum anderen fusst die Teuerung bislang primär auf den gestiegenen Energiepreisen, was den disinflationären Effekt höherer Zinsen reduziert. Die geopolitischen Risiken scheinen die Anleger bei ihrer Beurteilung der Wirtschaftsaussichten kaum zu beeindrucken. Das von der Beratungsfirma Sentix erhobene Barometer für die Konjunkturerwartungen im Euroraum kletterte im September um 4,2 Zähler auf 5,1 Punkte, den höchsten Stand seit Februar 2022.
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Novartis stürzt nach Forschungsrückschlägen ab und belastet den Schweizer Markt