Fussball vor 2 Stunden

Rebstein hält mit den Profis aus Wil eine Halbzeit lang gut mit

Der FC Rebstein verliert in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups gegen Wil mit 2:6 (1:1). Eine Halbzeit lang hielt die Mannschaft von Ladislav Hevessy mit den Profis ausgezeichnet mit, dann setzte sich die Klasse der Äbtestädter aber doch durch.

Von rez
aktualisiert vor 2 Stunden

Mit dem Schlusspfiff stimmte Rebsteins ehemaliger Gönnerpräsident Ernst Gruber «Oh my Darling FCR» an, seine Kollegen am Stammtisch sangen laut mit. Rebstein unterlag den Profis aus Wil zwar deutlich, wusste aber, einen schönen Auftritt gezeigt zu haben. Auch Speaker Roman Federer lobte den «beherzten Auftritt» des FCR – zurecht.

Nach der Pause machten die Wiler ernst. Trainer Marco Hämmerli muss die Kabinenwände auf der Birkenau wohl zum Beben gebracht haben, denn was er vor der Pause zu sehen bekam, entsprach wohl nicht seinen Wünschen. Doch dann drehten die Wiler auf und entschieden die Partie rasch zu ihren Gunsten. Besonders auffällig war dabei Isaiah Okafor, der als Aussenverteidiger mehrere Skorerpunkte zum letztlich doch sehr deutlichen 6:2-Sieg der Wiler beitrug.

Frühe Gästeführung, doch es folgt gleich der Ausgleich

Rebstein-Captain Rico Köppel hatte im Vorfeld der Partie davon gesprochen, es sei sehr wichtig, hinten lange die Null zu halten. Dies gelang dem FCR aber nicht. Nach anderthalb Minuten hatten die Gäste ihre erste gute Chance, nach deren sieben gingen sie in Führung. Tim Staubli, früher bei St. Gallen, spielte überlegt quer auf Okafor, der den Ball ebenso souverän in der Ecke versorgte – schon stand es 0:1.

Köppel selbst war dann aber um den Ausgleich besorgt. Eine Minute nach Wils Führung brach Alessandro Gottscher durch die Abwehr der Gäste und konnte nur noch mit einem Foul gestoppt werden – Schiedsrichter Nico Gianforte zeigte auf den Penaltypunkt. Köppel lief an und bezwang Gentrit Muslija im Wiler Tor souverän.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte sahen die gut 700 Fans ein überraschend ausgeglichenes Spiel. Die Gastgeber warfen alles in die Waagschale, überzeugten mit Kampf- und Teamgeist. Und den Wilern fiel nicht viel ein, um Rebsteins Abwehr zu knacken. Es war sichtbar, wie motiviert die Rebsteiner zu Werke gingen – es war aber auch zu erwarten, dass Wil seine Klasse irgendwann zeigen würde.

Wil entscheidet die Partie nach dem Seitenwechsel

Beim Spielstand von 1:1 wurden die Seiten gewechselt. «Es war eine hervorragende erste Hälfte», sagte ein Rebsteiner Fan, der sein Team lobte. Doch nach der Pause drehten die Wiler auf, sie liessen die Schmach, bei einem Zweitligisten nur remis zu spielen, nicht auf sich sitzen.

In der 48. Minute klärte Stürmer Philip Baumgartner im eigenen Sechzehner zwar spektakulär, gegen den 20-Meter-Abschluss von Orges Bunjaku war dann aber kein Kraut und auch kein Kevin Fend mehr gewachsen. Keine zwei Minuten später war es Okafor, der mit einem sehenswerten Heber auf 3:1 stellte. Und nochmals acht Minuten danach war Patrick Weber um das 4:1 besorgt. Es war sichtbar: Müssen die Profis, dann können sie auch. Die Gäste verwerteten in dieser Phase praktisch jede Chance und liessen Rebstein nicht mehr ins Spiel kommen. Der FCR versuchte weiter, dagegen zu halten, war nun mit der Qualität des deutlich höherklassigen Gegners aber überfordert, was gemessen an der Ausgangslage auch keine Überraschung ist.

Der FC Rebstein kommt zu einem zweiten Tor

In der 63. Minute erhöhte Pirosch Fischer auf 5:1 für die Gäste. «Cupfinaaaaal, Cupfinaaaaal», sangen die wenigen, aber lautstarken Wiler Fans. Sie wissen, wie sich ein solcher anfühlt, gewann der FCW doch 2004 die Sandoz-Trophäe. Von Rebstein war in dieser Phase nicht mehr viel zu sehen und nur zwei Minuten später traf Yves Allou zum 6:1 für die Gäste.

Damit war das Spiel natürlich längst entschieden, und in der Folge nahmen die Wiler den Fuss wieder vom Gas. Dies ermöglichte dem weiterhin sehr engagiert kämpfenden FC Rebstein Möglichkeiten. Eine fand der eingewechselte Björn Ergens vor, der in Wils Sechzehner eindrang und dort von Uchenna Nwannah nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Captain Rico Köppel war es dann, der erneut die Verantwortung übernahm und auf 2:6 aus Rebsteiner Sicht verkürzte.

Bei diesem Spielstand blieb es dann bis zum Schluss. Rebstein versuchte, ein weiteres Tor zu erzielen und auch Wil hatte noch Chancen, der Ball zappelte aber nicht nochmals im Netz. So ging das Spiel aus Rebsteiner Sicht doch sehr deutlich verloren – die Mannschaft darf sich aber darüber freuen, einen positiven und erfrischenden Auftritt gezeigt zu haben.

Nach diesem «Zückerchen für die letzte Saison», wie Rico Köppel sagte, geht für den FCR nun der Ernst der Meisterschaft los. Die Grün-Weissen reisen am Mittwoch zu Rapperswil-Jona II, wo der Aufsteiger in die neue Saison startet. Nach dem Cupspiel gegen Wil darf er optimistisch sein, wenngleich auch dort ein starker Gegner auf ihn warten wird.

Schweizer Cup, 1. Hauptrunde
Rebstein – Wil 2:6 (1:1)
Birkenau – 700 Fans – SR: Gianforte.
Tore: 7. Okafor 0:1, 9. Köppel (Penalty) 1:1, 48. Bunjaku 1:2, 50. Okafor 1:3, 57. Weber 1:4, 62. Fischer 1:5, 64. Allou 1:6, 74. Köppel (Penalty) 2:6.
Rebstein: Fend; Kamalanathan, Haltiner (56. Dietrich), Aliev, Stüdli (72. Aslani); Tanner (46. Sopi), Boehrer (66. Fousseni), Dursun, Köppel; A. Gottscher, Baumgartner (66. Fousseni).
Wil: Muslija; Rutz, Nwannah, Schmid, Okafor; Bunjaku (60. Allou); Fischer, Staubli (46. Rupp), Weber (85. Rottensteiner), Breedijk (68. Rexhaj); Aliu (60. Diarra).
Gelbe Karten: 46. Dursun, 74. Nwannah.