Nach acht Siegen in Folge reiste der FC Staad am Freitagabend als Favorit zu den Ruggeller Reserven. Doch die Seebuben wussten: Rheineck gewann am Donnerstag unter anderem dank drei Toren von Verteidigern in Haag 4:2 und zog damit in der Tabelle wieder an ihnen vorbei. Also musste zwingend ein Dreier her. «Wir müssen jetzt alle drei verbleibenden Spiele gewinnen», sagte Präsident Cornel Rüst vor dem Spiel. Zu diesem Zeitpunkt lag der Nachbar aus Rheineck zwei Punkte vor Staad.
Die Staader starteten nervös ins Spiel. In der ersten Minute spielten sie von hinten heraus zwei Fehlpässe, die zu gefährlichen Situationen hätten führen können, die Liechtensteiner spielten die Aktionen aber nicht konsequent zu Ende. Und in der siebten Minute musste Luca Buschauer im Staader Tor einen guten Schuss von Andrin Risch entschärfen. Je länger das Spiel dauerte, desto sicherer traten die Gäste aber auf. Und sie belohnten sich dafür. Anto Lovric, diesmal von Anfang an spielender Co-Trainer, lancierte aus dem Mittelfeld Adrien Carrel, der den Ball von der rechten Seite in die Mitte brachte. Dort wurde es kurz unübersichtlich, ehe Pascal Nussbaum per Kopf das 1:0 erzielte.
In der Folge ereignete sich kein langweiliges, aber ein eher ereignisarmes Spiel. Die Intensität war aber jederzeit da. Staad kam dem Tor mit Enver Islami (gehalten) und Mattia Morgante (geblockt) nahe, hochkarätige Chancen waren diese aber nicht. Dann drehte Ruggell das Spiel. Nach einem Eckball stand Innenverteidiger Justus Weibel richtig und glich aus (35.). Und acht Minuten später war es Pierin Matt, der mit einem Steilpass in die Tiefe geschickt wurde und mit dem Innenrist ins lange Eck zum 2:1 traf. Staad wurde daraufhin noch einmal gefährlich, seine Angreifer standen sich aber im entscheidenden Moment im Weg und es gab kein Tor. Ruggell II führte zur Pause 2:1.
Zwei Wendungen in der zweiten Hälfte
Die zweite Halbzeit begann dann eher gemächlich. Staad suchte die Offensive, liess dabei aber zu oft die Präzision vermissen. Nach einer Viertelstunde spielte Ruggells Pierin Matt einen Einwurf auf Captain Dominik Lampert. Dessen Schuss wurde noch abgefälscht, landete aber zum 3:1 im Tor. Staad antwortete darauf sofort. Einerseits mit einem Wechsel auf ein offensiver ausgerichtetes 3-5-2-System. Und andererseits mit einem Tor. Mattia Turro verkürzte zwei Minuten später nach einem der unzähligen Eckbälle von Anto Lovric auf 2:3.
Danach war die Reihe definitiv an die Gäste, sie hatten nun deutlich Oberwasser und ihre beste Phase. Zuerst traf Adrien Carrel von halbrechts den Pfosten, dann gab es nach einem Foul an Pascal Nussbaum einen Penalty. Captain Andri Knellwolf verwandelte souverän, es stand 3:3 und das Spiel konnte neu beginnen. Doch die Gäste waren nun im Flow und brachten sich in Führung. Nach einer Freistossflanke von Mattia Morgante stand Anto Lovric richtig und traf in der 81. Minute zum 4:3. Danach wechselten die Gäste zurück in ihr anfängliches 4-4-2.
Von Ruggell II war eine halbe Stunde lang nicht viel zu sehen, doch die Liechtensteiner gaben nicht auf. Zuerst trafen sie mit einem Kopfball den Aussenpfosten, dann glich Justus Weibel in der 91. Minute zum 4:4 aus – Staads Abwehr sah dabei nicht allzu gut aus. Im Wissen, dass ein Punkt nicht viel hilft, warfen die Gäste nun alles nach vorne. «Fürä, fürä!», hiess es von der Bank – und Staad hielt sich daran.
Allerdings mit dem Makel, kurz später sogar noch das 4:5 zu kassieren. In der 93. Minute traf Pierin Matt, der beste Mann auf dem Platz, zum siegbringenden Tor für die Liechtensteiner. Dabei blieb es dann – und Staad weiss jetzt: Aus eigener Kraft, mit zwei Siegen, kann nun der FC Rheineck aufsteigen. Staad hat es nicht mehr selber in der Hand.
Ruggell II – Staad 5:4 (2:1)
Tore: 13. Nussbaum 0:1, 35. Weibel 1:1, 43. P. Matt 2:1, 60. Lampert 3:1, 62. Turro 3:2, 71. Knellwolf (Penalty) 3:4, 91. Weibel 4:4, 93. P. Matt 5:4.
Staad: Buschauer; Carrel, Lesfer, Knellwolf, Benz; Lovric, Islami, Morgante; Baumann, Nussbaum; Turro. Eingewechselt: Tobler, Gervasi, Thomann, Cazorzi.
Staad verliert eine total verrückte Partie in Ruggell 4:5