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Stadler testet weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug in der Schweiz

Der Zugbauer Stadler hat zwischen Hemishofen und Ramsen im Kanton Schaffhausen eine knapp vier Kilometer lange Schmalspur-Teststrecke gebaut. Als erstes Fahrzeug wird dort ab Mitte Oktober ein Wasserstoffzug für Sardinien erprobt. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren 21 Züge getestet werden.

Von pd
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Auf der Bahnstrecke zwischen Hemishofen und Ramsen im Kanton Schaffhausen verkehren künftig auch Züge, die für den italienischen Regionalverkehr bestimmt sind. Dafür hat Stadler gemeinsam mit der Bahninfra AG und Müller Gleisbau im Frühjahr 2026 ein knapp vier Kilometer langes Schmalspurgleis mit einer Spurweite von 950 Millimetern gebaut. Es verläuft als dritte Schiene innerhalb des bestehenden Normalspurgleises.

Die besondere Spurweite wird unter anderem auf Sardinien, Sizilien, in Apulien und im Raum Neapel verwendet. Bisher konnten entsprechende Fahrzeuge erst auf ihren späteren Einsatzstrecken in Italien getestet werden. Mit dem neuen Gleis kann Stadler die Züge nun bereits in der Schweiz unter realen Bedingungen erproben.

Wasserstoffantrieb wird auf Herz und Nieren geprüft

Als erstes Fahrzeug absolviert der weltweit erste Schmalspur-Wasserstoffzug seine Testfahrten auf der neuen Strecke. Stadler hat ihn für das sardische Verkehrsunternehmen Azienda Regionale Sarda Trasporti (ARST) hergestellt. Ab Mitte Oktober werden die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Zuges überprüft.

Im Mittelpunkt steht zunächst der Wasserstoffantrieb. «Dabei wird das Fahrzeug mit unterschiedlichem Füllstand des Wasserstofftanks und bei verschiedenen Geschwindigkeiten geprüft», erklärt Projektleiter Alessio Salvatore. Anschliessend folgen weitere zulassungsrelevante Tests, unter anderem zum Beschleunigungs- und Bremsverhalten.

Für Stadler bringt die neue Teststrecke mehrere Vorteile. Da sie sich in der Nähe des Werks in Bussnang befindet, können die Fahrzeuge bei Bedarf rasch angepasst und optimiert werden. «Dies beschleunigt die darauffolgende Inbetriebsetzung vor Ort in Italien deutlich», sagt Ansgar Brockmeyer, stellvertretender Group CEO von Stadler.

Insgesamt 21 Züge werden getestet

Auch beim sardischen Verkehrsunternehmen ARST begrüsst man den Beginn der Testfahrten. Die Fahrzeuge würden bereits umfassend geprüft nach Sardinien geliefert, sodass die abschliessenden Erprobungen auf dem dortigen Streckennetz rasch beginnen könnten, sagt ARST-Generaldirektor Carlo Poledrini. Der Einsatz der Wasserstoffzüge sei zudem ein weiterer Schritt hin zu emissionsfreier Mobilität.

Die Strecke zwischen Hemishofen und Ramsen soll in den kommenden drei Jahren eine wichtige Rolle bei der Inbetriebsetzung der Wasserstoffflotte spielen, die Stadler für die italienischen Regionen Sardinien, Kalabrien und Sizilien produziert. Insgesamt sollen dort 21 Fahrzeuge getestet werden.

Bereits zuvor hatte Stadler die bestehende Normalspurstrecke für Testfahrten genutzt. Unter anderem wurde dort der Wasserstoffzug Flirt H2 für Kalifornien erprobt. Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee, die Strecke um ein zusätzliches Schmalspurgleis zu erweitern.