Pierrette Bertsche nimmt Leben und Kunst comme ci, comme ça. Das mag locker und beschwingt tönen, doch arbeitet die Künstlerin aus Eichberg bei jedem Werk an der Perfektion. Sie versucht alles, um zum erwünschten Resultat zu kommen. Sie zerknittert Alufolie, taucht diese in Farbe und schafft Strukturen oder geht in den Schuhladen und holt Seidenpapier. Sodann appliziert sie es auf den Bildern. Auch Zeitungspapier, Fotokopien, Verbandsgaze, Zwiebelnetze, Luftpolsterfolie und Maiswurzeln dienen ihr als Pinsel.
Steinböcke als besondere Inspirationsquelle
Aus Deutschland kam sie zurück, um hier das Glück zu finden, das sie früher in Eichberg fand, wo ihre Kinder gross wurden. Aber auch Altstätten findet Eingang in ihre Motive, ein Aquarell zeigt die zwei Kirchtürme. Oder die gemalte Hommage an Mummenschanz. Das reiche Spektrum der Motive reicht von Lollipops über Berge bis Abstraktionen. Besonders fallen ihre Steinbockbilder auf. Diese kraftvollen Tiere liebt sie seit der Kindheit. Ihr Vater war Jäger. Der Schwung und die Schönheit des Geweihes und die Würde des Alpentieres inspirieren sie zu kräftigen Bildern.
Ein gebrochenes Handgelenk eröffnet neue Wege
Momentan ist ihre Experimentierfreude noch verstärkt durch äussere Umstände. Sie hat ihr rechtes Handgelenk gebrochen und ist gezwungen, mit links zu malen. Kein Problem, sie entdeckt gerade Neues damit. Noch unmittelbarer sei nun der Pinselschwung, sagt sie.
Nun zeigt sie einen Zwischenstand ihres Schaffens im Kulturraum Stellwerk Heerbrugg und nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf ihre malerische Entdeckungsreise.
Apéro: Freitag, 6. November, 19 Uhr. Öffnungszeiten bis 15. November: freitags 18 bis 20 Uhr, samstags und sonntags 14 bis 18 Uhr. www.kulturraum-stellwerk.ch.
Trotz gebrochenem Handgelenk: Pierrette Bertsche entdeckt die Kunst mit links