Das anspruchsvolle Programm spannte einen Bogen über mehrere Jahrhunderte. Bereits Mendelssohns Streichersinfonie Nr. 9 in c-Moll verlangte den Musizierenden viel Ausdauer ab – eine Herausforderung, die sie dank monatelanger Probenarbeit souverän meisterten. Besonders im energiegeladenen Presto wurde die Leidenschaft des Ensembles greifbar. Den Höhepunkt des Abends bildete zweifellos die Harfenistin Ulrike Neubacher, die in den Werken von Debussy und Hahn mit virtuoser Leichtigkeit und klanglicher Eleganz brillierte und das Publikum in seinen Bann zog.
In einer kleinen Zugabe stellte sie ihr herausragendes Können nochmals unter Beweis und erntete dafür frenetischen Applaus. Auch in den weiteren Werken bewies der Orchesterverein seine Vielseitigkeit, sei es in der festlichen Ouvertüre zur Rodrigo-Suite von Händel oder in Graupners «Le Desire» mit seinen feinen Pizzicato-Einwürfen. Beim Concertino von Ricciotti sprühte das Orchester förmlich vor Spielfreude.
Besonders eindrucksvoll waren die Ausflüge in die nordischen Klangwelten von Jean Sibelius. Die Romanze überzeugte mit intensiver Ausdruckskraft, während das Impromptu mit seinen sphärischen Klängen die Zuhörer in träumerische Weiten entführte. Mit der Wiederaufnahme des Presto aus Mendelssohns Streichersinfonie schloss sich der Kreis eines rundum gelungenen und stimmungsvollen Konzertabends.
Sommerkonzerte mit beeindruckender Klangvielfalt