Allerdings hinterlässt die Mitteilung einen widersprüchlichen Eindruck. Die Primarschule hat das neue Schulmodell trotz zahlreicher Bedenken von Eltern und obwohl ein Verfahren noch hängig ist, mit grossem Tempo vorangetrieben. Gerade weil dieses Modell für viele Kinder längere oder anspruchsvollere Schulwege zur Folge hat, wäre zu erwarten gewesen, dass die notwendigen Sicherheitsmassnahmen bereits vor der Einführung umgesetzt werden.
Stattdessen wurden Tatsachen geschaffen, während die versprochenen Verbesserungen erst angekündigt oder geprüft werden. Wer die Mitteilung aufmerksam liest, stellt fest, dass ein grosser Teil der erwähnten Massnahmen noch gar nicht realisiert ist. Es wird geprüft, geplant oder mit kantonalen Stellen gesprochen.
Von einer tatsächlichen Verbesserung der Schulwegsicherheit kann deshalb derzeit kaum die Rede sein. Wenn die Sicherheit der Kinder tatsächlich «klar im Vordergrund» steht, dann hätte sie auch bei der Einführung des neuen Schulmodells Priorität haben müssen. Es wäre verantwortungsvoller gewesen, zuerst für sichere Schulwege zu sorgen und erst danach organisatorische Veränderungen umzusetzen, die den Schulweg vieler Kinder beeinflussen. Die Kinder und ihre Sicherheit verdienen mehr als gut formulierte Absichtserklärungen. Sie verdienen konkrete und rechtzeitig umgesetzte Massnahmen.
Patrick Meyer, Rebstein
Sicherheit auf dem Schulweg beginnt mit verantwortungsvollem Handeln