An diesem Donnerstag feiern wir das Fest Christi Himmelfahrt, einen allgemeinen Feiertag, den viele mit einer «Brücke» verbinden, einem verlängerten Wochenende.
Im Bericht über die Himmelfahrt Jesu berichtet der Evangelist Lukas schlicht: «Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Während er sie segnete, verliess er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.» (Lk 24,50 f)
Ich denke, für viele Menschen ist das Wort «segnen» in seiner Bedeutung immer flacher geworden. Es begegnet uns vielleicht noch auf Weihnachtskarten. Am Schluss des Gottesdienstes ist der Segen für viele nur der Startschuss zum Heimweg. Im Alltag sagen wir vielleicht noch: etwas absegnen lassen, wenn ein Vorgesetzter eine Erlaubnis geben muss.
Der Tischsegen ist selten geworden
Wir interessieren uns eher dafür, ob das Datum des Joghurts schon abgelaufen ist und lesen manchmal die Liste aller Bestandteile, Konservierungsmittel und Lebensmittelfarben unseres Desserts oder Supergetränkes vor. Diese gedruckten Worte und Zahlen scheinen uns wichtiger als ein Tischgebet, der Segen über die Tischgemeinschaft und über das Mahl.
Ob es nicht mehr braucht für unser Leben, als den Nachweis einer tadellosen Lebensmittelchemie? In vielen Sprachen bedeutet das Wort für Segnen: Gutes sagen, Gutes wünschen. In der Tat brauchen wir mehr als nur saubere Speisen, wir brauchen Geistiges, die Worte, die Wünsche, die Gemeinschaft der Mitmenschen, und sie erwarten, dass wir ihnen Gutes sagen, wünschen und vermitteln.
Manchmal sind es auch nicht Worte, sondern Nähe und Zärtlichkeit, das, was die Hände oft besser geben und ausdrücken können.
Er erhob seine Hände
und segnete sie…
Wenn der Herr dies bei seinem Abschied machte, sollten wir ihm darin folgen. In allen Kulturen gibt es Rituale zur Begrüssung und zum Abschied, weil sie wissen, wie wichtig die Begegnungen für uns Menschen sind. Sie sollen darum mit guten Worten, guten Wünschen, mit freundlichen Zeichen, eben einem Segen beginnen und schliessen.
Und die Rituale sollen uns darum ermahnen, uns allen Menschen freundlich und mit Respekt zuzuwenden, nicht nur jenen, die wir mögen oder gut kennen. In seiner Verheissung, seiner Zusage hat Jesus uns, den Seinen, seinen Segen hinterlassen. Seinen Segen für uns, damit wir als Gesegnete in unserer Welt und Zeit für unsere Mitmenschen ein Segen seien.
Christi Himmelfahrt und der Segen als Zeichen von Nähe und Gemeinschaft