Christlich • vor 6 Stunden

Die Aktion «1 Million Sterne» bringt Licht in eine dunkle Zeit

Während viele Menschen die Adventszeit mit Vorfreude und Konsum verbinden, kämpfen andere täglich ums Überleben. Auch im Rheintal sind 6625 Menschen von Armut betroffen. Gerade vor Weihnachten sind Solidarität und Mitgefühl besonders wichtig.

Von Barbara Gmünder, Caritas St. Gallen Appenzell in Widnau
aktualisiert vor 6 Stunden

Es weihnachtet sehr; wie in anderen Jahren empfängt uns bereits jetzt überall Weihnachtsschmuck und täglich flattert Werbung mit verlockenden Weihnachtsangeboten ins Wohnzimmer.

Bei einigen ist der Terminkalender bis Weihnachten übervoll: ein Konzert mit Inputs zur Stille, ein Büro-Weihnachtsessen, ein Anlass des Patenkindes, ein Weihnachtstheater, der Weihnachtsmarkt, das Guetzlibacken; all dies und noch viel mehr sollte bis zum 24. Dezember «abgehakt» sein. Und vielleicht haben Sie sich zu all den Verpflichtungen auch noch vorgenommen, die diesjährige Adventszeit ruhig anzugehen.

Weihnachten macht die Armut spürbarer

Bei vielen Personen steht neben den ständigen, anstrengenden Arbeiten nichts auf dem Programm; es darf aus verschiedenen Gründen nichts Zusätzliches Platz haben. In dieser dunkleren Jahreszeit und besonders vor Weihnachten empfinden sie eine noch grössere Leere als üblich. Sie haben kein Geld, um ein Musikkonzert zu besuchen, sie werden nicht zu Anlässen eingeladen, weil sie die letzten drei Einladungen abgelehnt haben. Um Weihnachtsmärkte machen sie einen Bogen, weil es sie zu sehr schmerzt, dass sie sich ohnehin nichts kaufen können. Es sind Menschen, die unter dem Existenzminimum leben und jeden Franken, wirklich jeden, umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben können.

In der Region Rheintal sind statistisch gesehen 6625 Personen von Armut betroffen. Armut ist in der Zeit vor Weihnachten besonders schwer auszuhalten. Die Vorbereitungen auf das Fest der Geburt Christi lassen viele hart spüren, dass sie oft von unserer Konsumgesellschaft ausgeschlossen sind.

Auch Zeit ist ein kostbares Geschenk

Ich bin mir bewusst, dass eine Adventszeit auch fern von Konsum gestaltet werden kann und dass es Güter wie beispielsweise Zeit oder Liebe oder Frieden gibt, die keine materiellen Kosten beinhalten müssen. Doch gerade Zeit fehlt armutsbetroffenen Menschen in der Regel. Als Working-Poor-Personen managen sie teilweise mehrere Teilzeitjobs, lange Arbeitswege, die Kinderbetreuung und den Haushalt. Zeit wäre für sie ein grosses Geschenk.

Auch ich wünsche mir in den kommenden Wochen mehr Zeit, Liebe, Frieden sowie besinnliche Erlebnisse und ich habe mir vorgenommen, Licht auf alle möglichen Arten zu teilen. Ich kann mir vorstellen, dass es Ihnen ähnlich ergeht.

Eine Gelegenheit, meinen Vorsatz umzusetzen, ist die Caritas-Aktion «1 Million Sterne». An diesen schweizweit stattfindenden Aktionstagen (in St. Gallen am 5. Dezember 2026) können wir Licht teilen und damit die Verbundenheit mit Menschen mit knappem Budget sichtbar machen. «1 Million Sterne» schafft eine Plattform, die Menschen mit all ihren individuellen Situationen zusammenbringt.

Wir können die Welt für uns und für andere heller machen, indem wir besonders an unsere Mitmenschen denken und solidarisch teilen; seien es materielle Dinge, Zeit, Hoffnung, Gebete oder positive Gedanken.