Unter dem Motto «Kleine Kinder – grosse Wirkung» lud die Kommission Frühe Förderung am Montag zu einem Vortrag rund um das Thema Ernährung ein. Mehr als 50 Personen erhielten von Ernährungsberaterin Tania Spirig inspirierende Tipps für einen entspannten Umgang mit dem Essen in der Familie.
Das Essen als Streitpunkt am Familientisch
«Wer mit kleinen Kindern am Tisch sitzt, weiss: Essen kann alles sein. Gemütlich, lustig, chaotisch, und manchmal landet mehr Gemüse unter dem Tisch als im Mund.» So begrüsste Fabienne Sieber, Präsidentin der Kommission Frühe Förderung, die Anwesenden. Sie brachte auf den Punkt, was viele Eltern aus ihrem Familienalltag kennen: Heute wird Brokkoli zum Streitpunkt, während das Kind morgen plötzlich Tomaten liebt und sie am nächsten Tag behandelt, als wären sie hochgiftig.
Referentin war Tania Spirig. Die diplomierte Ernährungsberaterin ist Mutter von zwei Söhnen und verbindet ihr Fachwissen mit Erfahrungen aus ihrem Familienalltag. In ihrem Referat zeigte sie auf, wie sich Mahlzeiten entspannter gestalten lassen. Sie erhob nicht den Mahnfinger, sondern ermutigte die Zuhörerinnen und Zuhörer, gelassen zu bleiben, Vorbild zu sein und darauf zu vertrauen, dass kleine Schritte häufig mehr bewirken als grosse Kämpfe am Esstisch.
Die Frühe Förderung richtet sich an Familien mit Kindern im Alter bis sechs Jahren. Tania Spirig verstand es dennoch, das Thema Ernährung breit und verständlich zu vermitteln und damit alle Anwesenden anzusprechen. So ging es unter anderem um eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft, die ausgewogene Zusammenstellung einer Znünibox sowie um ein gesundes Frühstück, auch für Erwachsene.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Blutzuckerspiegel. Anschaulich erläuterte Tania Spirig, wie dieser nach einer Mahlzeit verläuft und welchen Einfluss die Ernährung auf ihn hat. Mit einer ausgewogenen Zusammenstellung der Mahlzeiten lasse sich dazu beitragen, dass unangenehme Folgen wie Müdigkeit, Völlegefühl, Konzentrationsprobleme oder ein Leistungseinbruch, das sogenannte «Food-Koma», möglichst vermieden werden.
Mahlzeiten dienen nicht nur der Nahrungsaufnahme
Zur sozialen Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten sagte die Referentin: «Essen ist viel mehr als Nahrungsaufnahme.» Der Esstisch sei auch ein Ort der Begegnung, der Sprachförderung und des gemeinsamen Erlebens. Mahlzeiten sollten deshalb auch als Gesprächszeiten genutzt werden, ohne Ablenkung und Bildschirme.
Der Abend zeigte, dass gesunde Ernährung nicht mit Perfektion beginnen muss. Vielmehr können kleine Veränderungen im Familienalltag eine grosse Wirkung entfalten.
Eine Ernährungsberaterin zeigt auf, wie Familien entspannter und gesünder essen