Wann haben Sie das letzte Mal «Gott sei Dank!» gesagt oder gedacht?
Mögen Sie sich daran erinnern, oder rutscht es Ihnen auch manchmal so leicht heraus, dass Sie es gar nicht immer wahrnehmen?
Was bedeutet es für mich persönlich, dieses «Gott sei Dank»?
Es gibt unglaublich vieles, wofür ich Gott dankbar bin.
In schwierigen Situationen im Leben, in denen ich anstehe oder die mir zusetzen, hilft es mir, an Gutes zu denken und mich an schöne Momente zu erinnern.
In manchen Situationen ist es wie mit dem halb vollen und dem halb leeren Glas. Oft kommt es darauf an, wie wir die Sachen anschauen. Das widerspiegelt sich auch im Gebet. In welchem Verhältnis steht der Dank zu dem, was ich von Gott will und worum ich ihn bitte, und dem, was so anliegt? Natürlich dürfen wir Gott unsere Bitten vortragen. Wir sollen das auch.
Entscheidend ist, dass wir lernen, die Sachen zu sehen, für die wir danken können, anstatt uns nur von Problemen beherrschen zu lassen und ein Klagelied nach dem anderen anzustimmen. Die Dankbarkeit hilft, Dinge richtig einzuordnen. Sie ändert zwar nichts an der Sachlage, aber sie hilft mir, manches mit neuen Augen zu sehen, gibt mir die Kraft, Probleme anzugehen, und zeigt mir die Hoffnung, die mir die Zukunft mit Gott bietet.
Das bedeutet nicht, so zu tun, als würde immer alles rund laufen.
Jeder und jede kann in Bedrängnis geraten. Bei den hohen Lebenskosten gerät mancher an Grenzen. Trotz unzähliger Kommunikationsmöglichkeiten vereinsamen Menschen. Gewisse fühlen sich der Gleichgültigkeit von Mitmenschen ausgesetzt. Wer sich zum Glauben bekennt, begegnet oft Unverständnis, weil er an «so etwas Verstaubtem» festhalten kann. Diese Liste liesse sich noch lange weiterführen, leider.
Auch die Gemeinschaft gerät unter Druck, wenn die eigenen Vorteile im Vordergrund stehen und das Zusammenhalten oft nur gering geschätzt wird.
So ist es nicht zu leugnen, dass die Kirche selbst an Bedeutung verliert und der Schutz von Minderheiten und Schwachen ausgeblendet wird.
Und doch können wir auch anders denken: «Schön bist du da. Ich freue mich, dass es dich gibt.» Wenn ich mit offenen Augen und offenem Herzen auf andere zugehe, begegne ich bestimmt jemandem, der sich wie ich darüber freut, nicht allein zu sein. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, gemütlich zusammenzusitzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Dann merke ich: Gott sei Dank, ich bin nicht allein. Und wenn wir mit anderen Gemeinschaft pflegen, spüren wir: Jesus ist mitten unter uns. Gott sei Dank.
«Gott sei Dank» bringt Hoffnung und Zuversicht in den Alltag