«Bereitet euch auf eine Invasion vor», schreibt ein portugiesischer Fan unter dem Bild auf Instagram, in dem der FC St.Gallen seinen Gegner bekannt gibt. SL Benfica, ein Verein aus der Hauptstadt Lissabon, gehört zu den mitgliederstärksten Fussballvereinen der Welt. Das heimische Estádio da Luz fasst 68'100 Zuschauerinnen und Zuschauer und war im Juli 2004 Bühne des Europameisterschaftsfinals zwischen Portugal und Griechenland (das die Griechen unter Otto Rehhagel sensationell 1:0 gewannen). In der letzten Saison besuchten durchschnittlich 58'690 Fans Benficas Heimspiele.
Für den FC St.Gallen bedeutet dieser Gegner vor allem drei Dinge. Erstens: Das Sitterstadion wird garantiert ausverkauft. Zweitens: Einen so namhaften Gegner hatte der FCSG seit 1985, als er auf Inter Mailand traf, nicht mehr. Und drittens: Sportlich sind die Aussichten, die Runde zu überstehen, ziemlich gering. Der Marktwert aller Benfica-Spieler ist laut transfermarkt.de gut zehnmal höher als jener des St.Galler Kaders. An der Weltmeisterschaft stehen acht Spieler von Benfica im Einsatz – unter anderem bekannte Namen wie der portugiesische Verteidiger Tomás Araujo und der argentinische Haudegen Nicolás Otamendi.
Sport Lisboa e Benfica, so lautet der vollständige Vereinsname, tritt etwas überraschend in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation an. Die Águias (portugiesisch für Adler) haben in der letzten Meisterschaft kein einziges Spiel verloren, beendeten diese aber hinter Meister Porto und dem Stadtrivalen Sporting CP trotzdem «nur» auf dem dritten Rang. Und weil Sporting den Cupfinal gegen den Zweitligisten Torreense verlor (!), qualifizierte sich ebendieser Underdog für die Ligaphase der Europa League, während sich Benfica durch die Mühle der Qualifikation kämpfen muss.
Für den FC St.Gallen bedeuten die Spiele gegen den portugiesischen Rekordmeister (38 Titel) Highlights. Das Hinspiel findet am Donnerstag, 23. Juli, im Sitterstadion statt. Das Rückspiel geht am Donnerstag, 30. Juli, im Estádio da Luz über die Bühne. Dabei müssen die Ostschweizer einen Wermutstropfen hinnehmen: Sie werden in Portugal auf ihre Fans verzichten müssen. Im Lauf der letzten Conference-League-Kampagne sperrte die UEFA die St.Galler Anhänger nach Pyro-Exzessen in Brügge und Heidenheim für ein Auswärtsspiel – diese Sperre tritt nun in Kraft.
Weil die Chance, die Runde zu überstehen, relativ gering ist, geht der Blick auch schon nach vorne. Scheidet St.Gallen gegen Benfica aus, ist die Teilnahme am europäischen Geschäft nämlich noch nicht Geschichte. Der FCSG dürfte in der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Conference League starten. Diese Spiele werden am 6. und 13. August ausgetragen, die Auslosung dafür findet am 20. Juli statt.
Hammerlos für den FC St.Gallen: Ein grosser Name kommt