Fussball vor 54 Minuten

Jubel ennet dem Rhein: Austria Lustenau steigt auf

Die Lustenauer Austria ist zurück in der Bundesliga. Zwei Jahre nach dem letzten Abstieg gelang an Auffahrt dank eines hart erkämpften 2:1 gegen Amstetten der Wiederaufstieg. Im neuen Stadion gab es ein riesiges Fest.

Von Remo Zollinger
aktualisiert vor 53 Minuten

Seit dieser Saison spielt die Lustenauer Austria in einem neuen Zuhause: Das Reichshofstadion wurde generalüberholt und erstrahlt mit einer aussergewöhnlichen Holzkonstruktion sowie sehr charakteristischen Flutlichtmasten aus Sichtbeton in neuem Glanz. Und auch sportlich läuft es dem Verein nach Mass: An Auffahrt gelang der Aufstieg in die Bundesliga. In der nächsten Saison wird es also wieder zu einem Vorarlberger Derby (Lustenau gegen Altach) in der höchsten Liga kommen.

Mit dem Aufstieg hätte nicht unbedingt gerechnet werden können. In der letzten Saison – im Bregenzer «Exil» - rutschte Lustenau in den Abstiegskampf und erreichte den Ligaerhalt an zwölfter Stelle. Dies überraschte nicht besonders, war doch bekannt, dass der Fokus auf dem Stadionbau lag. Danach folgte die Heimkehr und Lustenau trat wieder ambitionierter auf. Die Grün-Weissen waren aber nicht das einzige Team, das den Aufstieg in die Bundesliga wollte. Besonders die niederösterreichischen Vereine Admira und St.Pölten hatten das gleiche Ziel.

Der Auftrag der Fans an ihre Spieler war eindeutig.
Der Auftrag der Fans an ihre Spieler war eindeutig.
Bild: Martin Walch

So entwickelte sich in diesem Frühjahr ein sehr spannender Aufstiegskampf, in dem es viele Überraschungen gab. Auch Lustenau überzeugte nicht immer – einmal verlor die Austria zu Hause gegen den Tabellensiebten Vienna diskussionslos mit 0:3. Gegen die Admira gab es danach ein 1:1, gefolgt von einem überzeugenden 3:0 gegen St.Pölten. Eine Runde vor Schluss führte Lustenau mit einem Punkt Vorsprung auf St.Pölten und wusste: An Auffahrt musste ein Sieg her, um das grosse Ziel zu erreichen. Zumal die Niederösterreicher in Kapfenberg ihre Hausaufgaben machten und schon zur Pause 3:0 führten (wobei es bis Spielschluss blieb).

In Lustenau war das Spiel weniger deutlich. Zwar gingen die Vorarlberger nach 23 Minuten durch Jack Lahne in Führung, doch dann kassierten sie zwei Minuten nach der Pause den Ausgleich. Im mit über 5000 Fans restlos ausverkauften Stadion war die Spannung nun greifbar. Und in der 64. Minute legte Lustenau wieder vor. Sacha Delaye verwandelte einen Penalty zum 2:1, bei diesem Stand wäre die Austria aufgestiegen. Doch es dauerte noch eine halbe Stunde, die sich zu einem Nervenspiel entwickelte.

Am Ende nahmen die Fans das Spielfeld in Beschlag.
Am Ende nahmen die Fans das Spielfeld in Beschlag.
Bild: Martin Walch

Am Ende blieben die Vorarlberger aber Sieger – und bei Publikum und Spielern brachen alle Dämme. Der Auffahrtstag 2026 dürfte in Lustenau zu einem neuen Feiertag werden. Im neuen Stadion wird in der neuen Saison Bundesliga gespielt.