2600 Läuferinnen und Läufer aus 42 Nationen starten in den nächsten acht Tagen in der Region von Rzeszow. Die Stadt zählt 200000 Einwohner; die Distanz zur Ukraine beträgt nur 90 Kilometer, jene zur Slowakei 100. Die Slowakei mit Austragungsort Kosice war im August 2023 Gastgeber der Senioren-WM. Kosice liegt sogar noch näher an der Ukraine. Die Organisatoren spüren die negativen Auswirkungen des Krieges im Nachbarland. Zum einen fehlen die Läuferinnen und Läufer aus Russland und Weissrussland. Zum anderen gibt es eine stattliche Anzahl Athletinnen und Athleten, die angesichts der aktuellen Lage auf eine Reise in dieses Gebiet verzichten.
Nichtsdestotrotz sind die Altersklassen – das Mindestalter beträgt 35 Jahre – prominent besetzt. Es starten zahlreiche frühere Eliteläuferinnen und -läufer mit WM-Erfolgen und noch mehr Seniorinnen und Senioren, die erst in späteren Jahren ihre Leistungsstärke beweisen konnten. Zu diesen gehören Monika und Mario Ammann aus Heerbrugg. Sie haben sich seit ihrer ersten Teilnahme an einer Senioren-WM im Jahr 2010 in der Schweiz im Sprint-OL von Jahr zu Jahr gesteigert und sich inzwischen in diesem Kreis einen Namen gemacht.
Monika Ammann gewann schon 2012 und 2013 Gold, Mario konnte sich 2021 und 2022 als Weltmeister feiern lassen. Er nutzte bei seinem ersten Sieg die Gunst der Stunde, weil er mit 65 Jahren der Jüngste seiner Kategorie war. «Mit zunehmendem Alter nimmt das Leistungsvermögen von einem zum anderen Jahr stärker ab», sagt der Heerbrüggler. Jetzt, fünf Jahre später, sei die Ausgangslage aber wieder die gleiche. Monika Ammann will ihren Titel vom Vorjahr in Spanien verteidigen. Sie gewann schon 2024 in Finnland und war 2023 Zweite geworden. Die aktuelle Schweizer Meisterin fühlt sich fit und ist bereit.
Die Wettkampfwoche beginnt am Samstag mit der Sprint-Qualifikation. Das Resultat entscheidet, wer am Sonntag beim Finallauf in der A-Kategorie der jeweiligen Altersklasse starten kann. An dieser Hürde können die beiden unter normalen Umständen nur scheitern, wenn sie nicht die richtigen Posten stempeln und somit nicht klassiert werden. Die Läufe im Wald beginnen am Dienstag mit einer weiteren Qualifikation für die Finalberechtigung in der Mitteldistanz vom Mittwoch und in der Langdistanz vom Freitag. Monika und Mario Ammann wollen auch diese Qualifikationen schaffen, sie haben dabei aber kaum Aussichten auf eine Spitzenrangierung, ihre Stärke liegt im Sprint. Die beiden bestritten im Juli in Schweden als Vorbereitung verschiedene Wettkämpfe. Der letzte Sprint-OL liegt mehr als einen Monat zurück – beide gewannen diesen.
Monika und Mario Ammann reisen mit hohen Erwartungen nach Polen