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Montlingen hat es nicht mehr in der eigenen Hand

In der vorletzten Runde der 2. Liga regional kam es zum Spitzenduell zwischen Ruggell und Montlingen. Die Gäste verloren dieses mit 1:2 und haben den Aufstieg nun nicht mehr in den eigenen Füssen.

Von rez
aktualisiert vor 1 Stunde

Dass der FC Montlingen am Sonntag einen wichtigen Tag in seiner Vereinsgeschichte hatte, war schon früh erkennbar: Auf dem Kolbenstein traf man sich, um sich auf das Spiel einzustimmen und auf die Autos nach Ruggell aufzuteilen. Etwa 40 Leute folgten dem Aufruf und schufen eine gelöste Stimmung. Einen guten Teil davon machte die zweite Mannschaft aus. Sie hatte am Vortag Appenzell 1:0 bezwungen und damit erneut den Ligaerhalt geschafft. «Wir hatten es gestern schon streng», sagte dann auch ein «Zwei»-Spieler. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Einbruch.

In Ruggell war die Ausgangslage dann klar: Gewinnt der FC Montlingen, steigt er zum ersten Mal überhaupt in die 2. Liga interregional auf. Bei einem Remis stehen die Chancen immer noch gut, bei einer Niederlage weniger. Es war ein entscheidendes Spiel, was man den Montlingern auch anmerkte: Es waren sehr viele Fans, die die viertelstündige Fahrt ins Fürstentum Liechtenstein antraten und dort Stimmung machten.

Montlingen liegt zur Pause 1:2 zurück

Vor rund 800 Zuschauerinnen und Zuschauern – ist das vielleicht sogar Stadionrekord? – begann dann ein nervöses Spiel, wie es immer ist, wenn viel auf dem Spiel steht. In der zweiten Minute bedrängte Montlingens spielender Co-Trainer Giuseppe Coppola den Ruggeller Torhüter Clemens Vonbrül, doch der Schlussmann blieb Sieger. Ohnehin fiel Vonbrül auf: Er trieb sein Team positiv an, feierte jeden Ballgewinn laut. Und trug damit wohl zur guten Grundstimmung bei, die bei Ruggell herrschte. Dario Ivic, früher bei Diepoldsau, vergab dann in der 18. Minute die erste gute Chance für die Heimelf.

Im Gegenzug ging Montlingen in Führung. Nach einer Flanke von Volkan Akyildiz nahm Nurkan Ibrahimi das Leder an, behauptete sich in einem saftigen Zweikampf und schob zum 1:0 ein. Das Tor verlieh den Oberrheintalern aber keine Sicherheit. Nur vier Minuten später war es der liechtensteinische Nationalspieler Seyhan Yildiz, der mit einem schönen Volley auf 1:1 stellte.

Danach blieben die Liechtensteiner am Drücker, sie hatten auch die nächste Chance, doch der sehr aktive Yusuf Özyüer schoss über das Tor. In der 35. Minute gingen die Gastgeber dann in Führung: Nach einem schnellen Konter war es Agim Zeqiri – der 42-Jährige wurde vor dem Spiel nach acht Jahren beim FCR verabschiedet, er wird neuer Sportchef bei Eschen/Mauren –, der zum 2:1 traf. Dabei blieb es bis zur Pause; auch, weil Nurkan Ibrahimi einen Freistoss aus gut 25 Metern über das Tor setzte.

Der Rückstand bleibt bis zum Ende des Spiels

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel nervös, keine Mannschaft hatte mehr davon. Wie viel auf dem Spiel stand, zeigte sich dann aber bei einer Rudelbildung in der 64. Minute, die zu einem langen Unterbruch führte. Chancen hatte Montlingen noch nicht, die Abschlüsse von Ibrahimi und Akyildiz waren deutlich zu harmlos, um den gegnerischen Goalie in Verlegenheit zu bringen. In der Folge erarbeitete sich der FCM immer mehr Spielanteile, allerdings gelang es den Gästen nicht, zu reellen Chancen zu kommen.

Und weil Ruggell auch nicht mehr viel für das Spiel machte, entwickelte sich ein Nervenspiel, das am Ende zugunsten der weniger auffälligen, aber spielerisch besseren Mannschaft ausfiel. Und die hiess Ruggell. Montlingen gab zwar alles, aber an den Abwehrhünen der Ruggeller gab es kein Vorbeikommen mehr, obwohl gerade Florian Haltiner in der 91. Minute noch eine grosse Chance vorfand.

So steht der FC Montlingen nach einer fast ganzen Saison an der Tabellenspitze nun mit dem Rücken zur Wand. Er liegt jetzt zwei Punkte hinter Ruggell, das im letzten Spiel in Rüthi gastieren wird. Montlingen bekommt es derweil mit Vaduz II zu tun. Die Chance auf den Aufstieg ist noch nicht vorbei, es braucht nun aber auch etwas Glück, um den Sprung in die 2. Liga inter noch zu schaffen.