Mit Sam Altman, Dario Amodei und Elon Musk warnten drei namhafte Technologiebosse vor den Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei dürfte es dem Trio aber weniger darum gegangen sein, auf Risiken hinzuweisen, sondern vielmehr die chinesische Open-Source-Konkurrenz perspektivisch mittels einer verschärften Regulation aus dem Markt zu drängen. Bei den Anlegerinnen und Anlegern, die ohnehin schon die massiven Investitionen der Technologieriesen in KI-Infrastruktur kritisch beobachten, verunsicherte dies zusätzlich. Und so standen zum Wochenauftakt viele Halbleiterwerte unter Abgabedruck.
Mehrere Belastungsfaktoren für die Börsen
Auch die sich ausweitende Eskalation im Nahen Osten und die weiter steigenden Kapitalmarktzinsen drückten auf die Börsenstimmung. So rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen mit über 5 % zeitweise so viel wie letztmals in der Finanzkrise von 2007/2008. Unter dem Strich präsentierten sich die Aktienmärkte von ihrer volatilen Seite. Der Swiss Performance Index (SPI) profitierte vom geringen Anteil an Titeln mit KI-Bezug sowie dem Erholungsversuch des zuletzt arg gebeutelten Indexschwergewichtes Novartis. Unternehmensseitig ist die Nachrichtenlage derweil dünn. Der fusionierte Versicherer Helvetia Baloise verdiente im ersten Semester operativ knapp 632 Millionen Franken. Wegen beschleunigter Abschreibungen fiel der IFRS-Gewinn jedoch markant tiefer aus. Bei der Integration sieht sich das Unternehmen dem Zeitplan voraus.
Fed erhöht erstmals seit 2023 die Zinsen
Die US-Währungshüter haben den falkenhaften Aussagen ihres Chefs Kevin Warsh Taten folgen lassen. Wie vom Markt erwartet, hat die Notenbank Fed am Mittwochabend einstimmig eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf die neue Spanne von 3.75 % bis 4 % beschlossen. Es ist die erste Zinserhöhung seit Sommer 2023. Damit tragen die Währungshüter der wegen des Iran-Krieges hartnäckig hohen Inflation Rechnung. Zudem unterstreichen sie ihre Unabhängigkeit gegenüber der US-Regierung um Präsident Donald Trump. Dieser hatte im Vorfeld des Zinsentscheides erneut auf eine deutliche Lockerung der Geldpolitik gedrängt. Mit Blick auf das verbleibende Jahr signalisierte die Fed Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen. Der US-Dollar markierte infolgedessen zum Schweizer Franken einen neuen Jahreshöchststand, während der Goldpreis bis auf knapp 4270 Dollar pro Unze, den tiefsten Stand seit Anfang August, fiel.
Bank of England wartet weiter ab
Die Bank of England (BoE) hingegen hat ihre abwartende Haltung beibehalten. Zum einen befindet sich ihr Leitzins bereits in einem leicht restriktiven Bereich. Zum anderen möchten die britischen Währungshüter die zuletzt wieder etwas an Schwung gewinnende Wirtschaft nicht abwürgen.
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Nahost-Eskalation und höhere Zinsen verunsichern die Märkte