Am Samstagmittag stieg im Wittenbacher Grüntal der Final des OFV-Cups 3.-5. Liga. Der FC Rebstein traf dabei auf die dritte Mannschaft des FC Rapperswil-Jona – und nicht nur die Frage nach dem Cupsieg stand im Raum, sondern auch jene, ob Rappi III in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups antreten darf, denn die Rosenstädter haben auch ein Profiteam, das als Challenge-Ligist per se für den Cup qualifiziert ist. Der Schweizerische Fussballverband antwortete auf Anfrage so: «Eine Teilnahme beider Teams an der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups ist nicht möglich.» Der Ostschweizerische Fussballverband hingegen würde seinen Cupsieger für den Schweizer Cup anmelden, auch wenn dieser Rappi III heissen würde. Es stand also alles andere als fest, dass Rebstein auch als Verlierer im Schweizer Cup stehen würde.
Doch das sind Nebenschauplätze, die sich für Journalisten eignen, nicht für die Mannschaft. Diese trat mit beinahe vollem Aufgebot an und nahm die Aufgabe in Angriff, mit dem Ziel, Cupsieger zu werden. Der FCR fokussierte sich darauf, was er selbst überhaupt beeinflussen konnte, was die richtige Einstellung war.
Dies äusserte sich dann aber darin, dass die Rebsteiner nervös in die Partie starteten. Rappi hatte vorerst mehr vom Spiel und belohnte sich nach neun Minuten dafür. Paulo Maximiliano Avellaneda wurde in die Tiefe geschickt und hatte keine Probleme, Kevin Fend im Rebsteiner Tor zu überwinden. Rebstein war dem Tor zuvor auch nahe gekommen, als ein Rapperswiler Verteidiger seinen eigenen Goalie forderte, doch Dominic Wenzler rettete glänzend – es sollte nicht seine letzte grosse Parade sein.
Danach nahmen die Grün-Weissen das Spiel in die Hand und Erion Aslani scheiterte an Wenzler, der erneut stark parierte. Nach einem Foul am starken Aslani gab es in der Mitte der ersten Hälfte dann einen Penalty für den FCR. Luka Dursun verwertete sicher und stellte auf 1:1. Die nächste Chance hatte Rappis Laurin Wittwer, doch Piratheesh Kamalanathan konnte ihn im letzten Moment noch am erfolgreichen Torschuss hindern und Fend parierte.
Danach hatte Rebstein drei sehr gute Chancen, in Führung zu gehen. Zuerst scheiterte Sascha Haltiner nach einer Ecke per Kopf, dann war es Dursun, dessen Freistoss Wenzler mit seiner dritten Glanztat zur Ecke abwehrte. Wenig später bediente Philip Baumgartner mit einem klugen Zuspiel Rico Köppel, der knapp über das Tor schoss. So stand es zur Pause 1:1, was für Rappi III ein schmeichelhafter Spielstand war. Unter den Rebsteiner Fans – sie waren mit zwei Cars angereist und standen hinter einer acht Meter langen «Rebstein»-Fahne – herrschte eine optimistische Stimmung.
Nach der Pause entwickelte sich ein nervöses Spiel. Rebstein hatte mit Baumgartner und Kamalanathan zwei Halbchancen, hochkarätig waren diese aber nicht und sie führten auch nicht zum Erfolg. Danach hatte Rappi III eine sehr gute Phase. Die Rosenstädter erzeugten viel Druck, kamen aber nicht zu grösseren Möglichkeiten. Was vor allem daran lag, dass ihr Spiel etwas zu durchsichtig war: Immer und immer wieder suchten sie Avellaneda, doch der stets gefährliche Stürmer biss sich an der Rebsteiner Abwehr die Zähne aus.
In der 64. Minute hatte Rebstein dann die goldene Chance. Alessandro Gottscher wurde im Strafraum umgerempelt und Schiedsrichter Patrik Baumann aus Appenzell zeigte zum zweiten Mal auf den Penaltypunkt. Der 18-jährige Manoah Egbon übernahm Verantwortung – und scheiterte am überragenden Torhüter der Rapperswiler. In der Folge geschah lange nichts Gefährliches, die Mannschaften neutralisierten sich weitgehend, wobei es Rapperswil-Jona war, das mehr Spielanteile hatte. Doch erneut konnte sich der FCRJ keine richtigen Chancen herausspielen.
So kam es zur Verlängerung, die auch keine richtige Tendenz aufwies, wobei Rebstein nun wieder besser im Spiel war. Und auch die beste Chance hatte: Gottscher entledigte sich im Sechzehner zweier Gegner und schoss aus bester Position an die Latte. Zuvor war Aslani an Wenzler gescheitert. Rappi III reklamierte einmal einen Penalty, war auf Standards gefährlich und spielte weiterhin gut, doch gefährlicher waren die Rheintaler, angetrieben von ihren unermüdlichen Fans, die auch Pauken und Trompeten mitgebracht hatten.
Und weil auch die zweite Hälfte der Verlängerung nichts einbrachte, ging es ins Penaltyschiessen. Dort forderte Rappi-Goalie Wenzler Rebsteins Fend und traf zum 1:0. Luka Dursun glich zum 1:1 aus und auch die beiden nächsten Schützen – für Rebstein Rico Köppel – trafen. Dann fiel die Entscheidung, als Kevin Fend einen Penalty von Rappi parierte. Rebsteins nächste drei trafen. Zuerst Piratheesh Kamalanathan, dann Manoah Egbon (der tatsächlich nochmals antrat!) und dann Malik Aliev. Er verwertete damit den Matchball. Rebstein gewann so den Cup und qualifizierte sich für die erste Runde des Schweizer Cups.
Rebstein gewinnt Penalty-Drama und damit den OFV-Cup 3.-5. Liga