Der Swiss Market Index (SMI) verabschiedete sich mit Abgaben aus dem dritten Quartal. Aufsehen erregte der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli, der die Anlegerinnen und Anleger diese Woche mit einer Umsatzwarnung schockierte. Anstelle der geplanten 4 % bis 6 % stellt der Lindorkugel-Hersteller für das laufende Jahr noch ein Umsatzwachstum von 0 % bis 2 % in Aussicht. Begründet wird der Schritt mit dem heissen Sommer und einer zunehmenden Preissensitivität der Konsumenten. Zwar hat das Unternehmen an seinen Mittelfristzielen festgehalten, dennoch sind die Aktien zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren gesunken.
Aufatmen bei Julius Bär
Die Börsianer atmeten bei der Privatbank Julius Bär auf. Nachdem die Finanzmarktaufsicht Finma die Aufarbeitung des Signa-Debakels für abgeschlossen erklärte, hievten Investoren die Titel auf ein Allzeithoch. Die Aussicht auf ein beim Regulator bereits beantragtes Aktienrückkaufprogramm wiegt stärker als der erneute Tadel. Das Biopharmaunternehmen Santhera hat im ersten Halbjahr den Umsatz mehr als verdoppelt, die Erträge aus Lizenzen und Meilensteinzahlungen haben sich sogar mehr als vervierfacht. Dennoch erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 6,6 Mio. Franken (Vorjahr 35,4 Mio.).
KOF wird optimistischer
Die Ökonomen des KOF Instituts hoben die Wachstumsprognosen für das Schweizer Bruttoinlandsprodukt von 0,8 % auf 1,9 % an. Für 2027 und 2028 erwarten sie ein Wirtschaftswachstum von jeweils 1,7 %. Grund für die Aufwärtsrevisionen sind starke Zahlen im zweiten Quartal, die besonders von Pharmaexporten getrieben wurden. Mit derselben Argumentation hatten auch wir bei Raiffeisen unsere Konjunkturprognosen angehoben. Wir erwarten für 2026 ein Wachstum von 1,7 %. Für 2027 sind wir mit einer Schätzung von 1,3 % etwas vorsichtiger. Kein Grund zur Sorge bleibt die Inflation. Im September stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat nicht weiter, gegenüber dem Vorjahr lag die Teuerung bei 1 %.
Zweifel am IPO-Boom
Es muss nichts bedeuten, ist aber ein Signal: Der Smart-Ring-Hersteller Oura hat seinen Börsengang verschoben. Begründet wird der Schritt mit Unsicherheiten am IPO-Markt. Insgesamt wollte das Unternehmen bis zu 2,2 Mrd. Dollar einsammeln. Das ist vergleichsweise ein bescheidener Betrag, vor allem mit Blick auf die erwarteten Börsengänge der KI-Unternehmen Anthropic und Open AI, die sich von Investorinnen und Investoren ein Vielfaches dieser Summe wünschen. Nun scheint das Geld nicht mehr so locker zu sitzen. Dafür sprechen auch die bereits verschobenen IPOs des Rechenzentrumsbetreibers SB Energy und des Nukleartechnologiekonzerns Holtec.
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Schwacher Quartalsabschluss: Lindt & Sprüngli schockt Anlegerinnen und Anleger