Der Sonntag nach Pfingsten trägt den Titel Dreifaltigkeitssonntag. Mindestens einmal im Jahr gibt sich die Christenheit die Mühe, eben nicht von drei Göttern, sondern von dem einen Gott in drei Personen zu sprechen und darüber nachzusinnen.
In der Tat ist es nicht einfach, wirklich Erhellendes über dieses Glaubensgeheimnis zu sagen oder gar darüber gewinnbringend predigen zu wollen. Schnell einmal ist es intellektuell zu hoch, zu theologisch oder dann wieder allzu infantil, zu bildlich-symbolhaft. In dieser Not und Ratlosigkeit, über diese Dreifaltigkeit angemessen reden oder predigen zu müssen, erklomm ich auch einmal den Alpstein, um bei der Betrachtung eben dieser drei Berge bei der Bollenwees, die den Namen Dreifaltigkeit tragen, Inspiration zu erhalten und so wenigstens einen Predigteinstieg zu finden.
Im Nebel verhüllt
Kaum war ich oben angelangt, waren die drei besagten Bergspitzen im Nebel verhüllt! Das war für mich ein Zeichen dafür, wie sehr begrenzt die menschliche Erkenntnis in der Erforschung des Geheimnisses des dreifaltigen Gottes ist.
Gott hüllt sich, wie die Berge in die Wolken, selber in grosses Schweigen und gewährt keine grösseren Einblicke in sein Inneres. Und wenn wir Menschen über die Dreifaltigkeit sprechen, kommt es auch nicht immer gut heraus. Geradezu abstossend wird es etwa, wenn das erste amerikanische Kernwaffentest-
Programm mit dem Decknamen «Trinity» bezeichnet wurde. Eine Geschmacklosigkeit sondergleichen.
Ganz anders das einprägsame Bild in der Vorstellung des Apostels Paulus, wenn er in Apg 17,28 sagt:
In der göttlichen Dreifaltigkeit ‹leben wir, bewegen wir uns und sind wir.›
Genau darum trifft die Verheissung am Ende des Matthäus-Evangeliums voll zu, wenn Gott und Jesus mit uns sind, «alle Tage, bis zum Ende der Welt.» Gerade weil wir wie die Fische im Wasser ins Leben der Dreifaltigkeit hineingenommen sind, entspricht das Sakrament der Taufe mit der Nennung der drei göttlichen Personen der wunderbaren Wirklichkeit unseres Glaubens an den dreifaltigen Gott.
Wir Menschen sind mittendrin
Die Dreifaltigkeit hat sehr wohl und sehr viel mit uns Menschen zu tun, weil wir auf geheimnisvolle Art und Weise in sie eingebunden sind. Wir sind mittendrin. Und schliesslich gilt allemal, und das ist mit Abstand das Wichtigste: Lieber den einen Gott in seinen drei Personen froh und freudig feiern, als diesen hilflos mit scheinbar wissenschaftlichen Erklärungsversuchen bereden zu müssen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Dreifaltigkeitssonntag.
Zum Dreifaltigkeitssonntag: in drei Personen und doch ein einziger Gott